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Luftbild aus dem Jahre 1953.
Nach alliierter Flächenbombardierung und gründlich deutscher
Ruinenberäumung hatten in der Dresdner Altstadt neue Eliten lediglich
einige höfische Bauten (vorerst) stehen gelassen. Man erkennt noch
Zwinger, Schloß, Hofkirche, Johanneum, Albertinum bzw. stabil
gebaute Gründerzeitbauten, wie Ständehaus, Polizeigebäude,
Neues Rathaus und Kunstakademie. Die noch zu sehenden Reste dazwischen
werden in den Folgejahren nach 1953 auch noch beseitigt, wie die letzten
Häuser am Postplatz und Altmarkt.
In der Neustadt ist noch rechts von der Hauptstraße die alte Ritterakademie
zu sehen, die bald darauf ebenfalls der Abrissbirne zum Opfer fallen
wird.
Im südwestlichen Bereich in der Wilsdruffer Vorstadt sind einige
Ruinen noch nicht beräumt worden.
So entsteht eine fast völlig leer geräumte Innenstadt, die
wie ein unbeschriebenes weißes Blatt verschiedener, ungezügelter
Stadtplanerfantasien freien Raum läßt. Eine bedrückende
Fotografie, weil sie noch mehr als die berühmten Bilder der zerbombten
Stadt vom Rathausturm zeigt, wie tief die Wurzeln des Gemeinwesens beseitigt
worden waren und welch ein schmerzender, unermesslicher Verlust dieser
in "Stein gehauenen Musik" für uns Nachwachsende
bedeutet.
Aufschlußreiche politische Hintergründe zum "Verständnis"
dieser unglaublichen Radikalität eines antibürgerlichen
Neuanfangs mit Konzepten einer neuen sozialistischen Stadt
finden sie unter: Matthias Lerm, Abschied von Dresden. Verluste historischer
Bausubstanz nach 1945, Rostock 2000 oder in anderen Hinweisen auf unserer
Literaturseite (ohne Vollständigkeitsanspruch!)
Übrigens: tabula rasa heißt: [mit etwas.] unnachsichtig
aufräumen, rücksichtslos Ordnung, Klarheit schaffen.
Mit einer Rückbesinnung
auf regionale und städtische Bauformen und -bezüge leisten
wir Widerstand gegen eine einseitige, falsch verstandene Globalisierung
und Internationalisierung, die regionale Besonderheiten missachtet
und traditionelle ortstypische Bauelemente nivelliert.
Ja "Heimat" - so altmodisch und erzkonservativ das klingen
mag - als Menschenrecht, als wiedererkennbare Signatur, als unverwechselbare
Physiognomie - deswegen wollen wir einerseits eine Rückgewinnung
von Verlorenem, aber nicht Unersetzbarem. Das heißt für uns
Fortschreiten und nicht Rückschritt, Anknüpfen an einen zerschnittenen
Faden, da wir Teil einer lang zurückreichenden Geschichte sind.
Blicken wir gleichzeitig zurück und mit diesem Wissen nach vorn.
Andererseits unterstützen
wir die Suche nach einer neuen urbanen, abwechslungsreichen Architektur,
die sich in den Gesamtzusammenhang der Kunst- und Wissenschaftsstadt
Dresden einzuordnen weiß und die ihrerseits zeitgenössische
Idendifikationspunkte für eine humanistische Heimatverankerung
vermittelt.
T.Kantschew
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