Neustädter Markt/ InnereNeustadt

Herrscherstandbild von August dem Starken - Goldene Verkörperung des sächsischen Absolutismus Sanierter, umgebauter DDR-Plattenbau - mit neuem Erlebnisrestaurant "Watzke" - 2005 Ehemaliges 1945 zerstörters Neustädter Barockrathaus -   in einer Aufnahme von 1920 Stadtmodell der geplanten zukünftigen Gestaltung des Neustädter Marktes 2003. Die Umsetzung ist ungewiss.



Aktuelles: Baugeschehen Alternativen: Stadtreparatur Historisches: Bilder

  • Bau-Bürgermeister lehnt Narrenhäusel ab
    Investor Frank Wießner möchte an der Augustusbrücke das Gebäude wieder aufbauen.
    SZ vom 18.06.2015

    Dresdner Firma Max Wießner möchte das Narrenhäusel an der Augustusbrücke wiederaufbauen, DNN vom 12.06.2015

    Firma Max Wiessner will Narrenhäusel bauen
    , SZ vom 09.06.2015

    PRESSEMITTEILUNG
    Narrenhäusel am Neustädter Markt/Augustusbrücke
    Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e.V. (GHND) stand der folgende Antrag zur Abstimmung:
    "Der Vorstand der GHND e.V. möge sich dafür einsetzen, dass das Narrenhäusel am Neustädter Elbufer wiedererrichtet wird."
    Der Beschluss dazu fiel einstimmig mit "Ja" aus.
    Von einem Wiedererrichten nach historischem Vorbild ist ausdrücklich nicht die Rede. Es geht vorerst darum, die Kubatur des 1945 untergegangenen Gebäudes und vor allem die beiden seitlichen Ausrundungen – die dem Gebäude den Namen "Die Brille" einbrachten – wieder aufzunehmen. PM vom 04.Juni 2015

    Ein neues Narrenhäusel an der Augustusbrücke
    Die Neumarkt-Gesellschaft schlägt ein Pendant zum Blockhaus vor. SZ vom 08.06.2015


  • Pressemitteilung der GHND
    Wiederaufbau Turmhaube Neustädter Rathaus
    , PM vom 11.12.2014 (pdf)


    Visualisierung: GHND - Vergrößerung


    Visualisierung Turmhaube - Foto Neustädter Markt vor 1945

    Wie weiter am Neustädter Markt?
    Mit der Rekonstruktion der Turmhaube des früheren Rathauses soll eine Debatte gestartet werden. SZ vom 15.12.2014

    Kommentar: Dieser Platz ist August unwürdig
    , SZ vom 12.12.2014

    Turm ohne Rathaus am Neustädter Markt
    Gesellschaft Historischer Neumarkt plant Wiederaufbau der Rathaushaube, DNN vom 13.12.2014

    Historiker wollen dem zerstörten Neustädter Rathaus ein Denkmal setzen
    , BILD vom 13.12.2014

    Ein Häubchen für den Goldenen Reiter, BILD vom 13.12.2014


  • Schlender-Stopp am Goldenen Reiter
    Die Große Meißner Straße trennt den Neustädter Markt von der Augustusbrücke ab. Ein Rückbau war schon vor Jahren angedacht. Doch passiert ist seither nichts. SZ vom 27.10.2014

    Infos zur Bundesstraße B170 (Link zu Wikipedia)
    Die B170 führt über den Neustädter Markt.

    Platten am Neustädter Markt sollen bleiben
    Stadt und Politiker schlagen vor, die Wohnblocks am Goldenen Reiter abzureißen. Viele Dresdner finden das allerdings nicht gut. SZ vom 29.08.2014

    Müssen die Plattenbauten am Goldenen Reiter abgerissen werden?

    Der Neustädter Markt soll schöner und der Weg ins Barockviertel größer werden. Dafür soll die Gagfah zwei Wohnblöcke an der Großen Meißner Straße abreißen. SZ vom 12.08.2014

    Visiualisierung Neugestaltung Neustädter Markt 2009 -
    mit Durchbruch zur Rähnitzgasse. Archlab im Auftrag der Stadt Dresden

 

  • Neue Webseite der GHND zum Neustädter Markt: www.neustaedtermarkt.de



    Dr. Stefan Hertzig: "Der Historische Neustädter Markt zu Dresden. Geschichte und Bauten der Inneren Neustadt"
    .
    Pressemitteilung zum Neustädter Markt und zur Inneren Neustadt vom 20.11.2010 (pdf) + Flyer zum Buch mit Bestellschein (pdf)

    Neumarkt in der Neustadt?
    http://richtungswechsel.cc/2010/02/25/neumarkt-in-der-neustadt/ vom 25. Februar 2010

    von Claus Kemmer, Nicole und Michael Brey
    "Als Kunsthistoriker und Touristiker, die in der Neustadt leben und arbeiten, möchten wir Stellung zu den Argumenten der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden nehmen. ..."
    sowie: "Alternativentwurf oder Rekonstruktionseinerlei"- vom 12.03.2010

  • Vom Hotel Kronprinz zum modernen Wohnwürfel
    Vor 150 Jahren eröffnete das Hotel Kronprinz an der Hauptstraße. Nach dem Abriss des DDR-Plattenbaus von 1979 entsteht ein neues Wohn- und Geschäftshaus. SZ vom 08.10.2010

    An der Hauptstraße fallen die Platten

    Der Kolonnadengang ist schon verschwunden. Im Januar wird der Grundstein für die Neubauten gelegt. SZ vom 05.10.2010

    Abrissarbeiten an der Hauptstraße beginnen,
    DNN vom 24.09.2010

    Neubau auf Hauptstraße bewegt weiter die Gemüter
    DNN vom 15.09.2010


  • Dresdner wollen keinen modernen Neubau an der Hauptstraße
    von Christoph Stephan, DNN vom 09.06.2010
  • Bauvorhaben in der Inneren Neustadt/Areal Heinrichstraße/Hauptstraße/Obergraben
    Diskussionen um die Bebauung 2009-10













  • Tunnelvision für 70 Millionen Euro
    Bürgerfraktion: Große Meißner Straße könnte künftig unterirdisch verlaufen, DNN vom 03.06.09
    Vorschlag für Autotunnel am Neustädter Markt

    Die Bürgerfraktion will die Hauptstraße besser mit der Altstadt verbinden. SZ vom 22.05.09
  • Plattenbauten auf der Hauptstraße sollen fallen, SZ vom 07.05.08
  • Aus für Libeskind-Projekt
    Der betont dekonstruktivistische Libeskind-Bau ließe "sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben", vermeldet am 23.05.07 die SZ. Danach hatte der Stadtrat bereits am 10.05.2007 das endgültige Aus für den umstritten Bau beschlossen.
  • 24. Oktober 2006: Das Hotel "Stadt Leipzig" ist verkauft.
    Der neue Besitzer ist die "Hotel Stadt Leipzig"- Besitz- und Verwaltungsgesellschaft mbH. Diese ist derzeit mit Beräumung von Gerümpel und Substanzsicherung beschäftigt. Parallel dazu befindet man sich in der Projektentwicklungsphase. Videobeitrag - vom Dresden Fernsehen
  • Bülow-Palais entsteht
    In der Königstraße wird ein neues Hotel gebaut. Die Stuttgarter Bülow AG investiert 14 Millionen Euro für dieses Projekt. SZ vom 08.05.07 - Entwurf: Weise und Treuner (Dresden) www.weiseundtreuner.de



    Abbildung Quelle: www.buelow-ag.de (Objekte, aktuelle Objekte, Bülow Palais)


    Betonbarock: Leider besteht das neue Palais in seinem
    Rohbau nur aus Beton, anstatt aus Ziegeln. Foto: März 08
    hier: Blick von der Rähnitzgasse


  • Sanierung der Hauptstraße vor Abschluss, DNN vom 22.11.05
  • Libeskind-Projekt der Woba geht in die Warteschleife
    Das Projekt "Kinderwelten" im geplanten Neubau des renommierten Architekten Daniel Libeskind auf der Hauptstraße steht endgültig vor dem Aus. "Wir haben die gewünschte Vermietungsquote und damit die wirtschaftliche Sicherheit nicht erreicht", sagte Woba-Geschäftsführer Reinhard Keller. Noch ein anderer, erst in jüngerer Zeit hinzu gekommener Grund stünde dem Neubau im Wege: "Wir wissen nicht, wie sich der neue Gesellschafter zu dem Libeskind-Projekt positioniert." (Die Woba soll komplett verkauft werden.) Mehr:
    DNN vom 27.07.05 - Es besteht die große Gefahr, daß die städtebauliche Sünde der 70er Jahre - das Zubauen der Heinrichstraße - mit der nun angedachten Variante, einer Sanierung der leer stehenden Plattenbauten, zementiert wird. Um ein weiteres Mal würde mit so einer kurzsichtigen Stadtentwicklungspolitik langfristige stadtgestalterische Korrekturen unmöglich gemacht.
  • Pro und kontra "große Geste" der DDR-Architektur." Rahmenplanfortschreibung für die Innere Neustadt. 2004 diskutierten Experten, Anwohner und interessierte Stadtbürger über den Wert der städtebaulichen Veränderung des Neustädter Marktes zum 30. Geburtstag der "Deutschen Demokratischen Republik" 1979. Eine konsengreifende Einigung kam nicht zustande.
  • Mai 2004: Der Plattenbau von 1979 über den original erhaltenen Gewölben vom Neustädter Rathaus ist von der Woba Dresden saniert und umgestaltet worden.

      Originalbrunnenplastik vom ehemaligen Barock-Rathaus als autonomes, freistehendes Stadtmöbel.
    Mehr Bilder des sanierten Plattenbaus

  • "Autos kommen ins Regal. Woba Dresden baut ein ungewöhnliches Parkhaus",
    Visualisierung: www.wobau-dresden.de

Modifizierte städtebauliche Planung für die Innere Neustadt - 2003. Ein größerer Teil der Plattenbausubstanz wird erhalten. Die Realisierung dieser Planung für Neubauten (rot) wird sich wohl auf einige Jahrzehnte hinstecken und sind Idealplanungen bei kräftiger Konjunktur in Ostdeutschland.

  Strukturkonzept Innenstadt (Ausschnitt: Innere Neustadt) 2000


Strukturkonzept Innenstadt (Ausschnitt: Innere Neustadt) 2000

Mittlerweile überholte Planungen, da die Finanzierbarkeit solcher ambitionierter Pläne immer unrealistischer wurde.

  • Die Innere Neustadt feierte in der 4. Advendwoche 2003 Geburtstag. Der rechtselbische Stadtteil erlangte vor 600 Jahren ein eigens Stadtrecht, verliehen vom Markgrafen Wilhelm von Meißen.
  • Die Woba sucht auf Ihrer Homepage Mieter für das Kinderkaufhaus: www.woba-dresden.de
    "Libeskind-Haus wird Kinderparadies. Wenn genug Mieter da sind, geht’s los mit Bauen" - ein neues Konzept für den umstrittenen, schrägen Entwurf des amerikanischen Architekten Daniel Libeskind. Aber das Hauptproblem sind die fehlenden Mieter, ähnlich am Neumarkt. Ob der Bau jemals zustande kommt, bleibt fraglich. SZ vom 11.11.03
  • Überarbeiteter Entwurf des städtebaulichen Rahmenplanes für die Innere Neustadt
    DNN vom 14.07.03 "Visionen: Innere Neustadt lebendig und intim"
    Neubau "Skybar" fallengelassen. Stattdessen wird der Plattenbau jetzt saniert.
    Immer noch Öffnung des Platzes zur Rähnitzgasse und Kasternenstraße geplant.
    Nach historischem Vorbild könnten, wenn sich dafür Investoren finden, zwei Neubauten entstehen ... Bebauung des Carolaplatzes.
  • Die Baracke "Narrenhäusel" ist endlich abgerissen. An ihrer Stelle soll durch ein Architekturwettbewerb ein anständiger Neubau errichtet werden. Laut Stadtentwicklungs-Bürgermeister Herbert Feßenmayr habe die Stadt einen Investor für einen repräsentativen Neubau an dieser sensiblen Stelle in der Dresdner Stadtsilhouette, doch noch seien kein Nutzer und kein Konzept gefunden. Als Pendant zum Blockhaus erhofft man sich natürlich auch hier eine bezugnehmende Bausprache. Bis zum Baubeginn ist eine Zwischenlösung als Biergarten geplant - mindestens die ganze Saison 2004. mehr dazu: SZ vom 12.06.03

  • Die Bauvoranfrage für das Libeskind-Haus wurde von der Stadtverwaltung positiv beschieden. SZ vom 28.02.03 - die Wohnbaugesellschaft sucht immer noch nach einen Investor.
  • Die gesamte Hauptstraße und später auch der Neustädter Markt werden z.Z. mit neuem Bodenbelag und neuer Straßenmöblierung ausgestattet. Die im nördlichen Teil des Boulevards bereits aufgestellten modernen Stableuchten ersetzen auch die DDR-Kugellampen von 1979.
  • Oktober 2002: Fertigstellung der "Handwerkerpassage" in den Höfen der Barockbürgerhäuser an der Hauptstraße. Die Woba Nordwest baute einen Neubau, der beispielhaft zwischen Tradition und Moderne vermittelt. Bilder
  • Pläne der Woba Nordwest:
    zwischen Obergraben und Heinrichstraße möchte die Wohngesellschaft Woba Nordwest ein Geschäftshaus zu bauen, welches sich auffällig dekonstruktivistisch inszeniert.
    Der amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind (u.a. Jüdisches Museum Berlin, Museum für Deutsche Bundeswehrgeschichte in Dresden Nord ) entwarf diesen Gebäudekomplex 2002.


Total leergeräumte Innenstadt - 1953Leergeräumte Innenstadt - 1953
Vergrößerung und mehr Text zu diesem Bild
Quelle: Landesamt für Archäologie, uve GmbH.

Man sieht, mit welcher Radikalität hier tabula rasa nach dem Abbruch der Trümmer geschaffen wurde. Diese schonungslose Abräumwut und das Flächenbombardement der Alliierten dürfen jedoch nicht zu Geschichtsklitterungen führen.
Nachgeborene müssen verantwortungsvoll zwischen Opfer und Täter eines (un-) fassbaren Zivilisationsbruchs der deutschen Bevölkerung in der NS-zeit genau unterscheiden. Die Folge dieses ungeheuren Maßes an menschlicher Barbarei, von Deutschen begangen, war die deutsche und europäische Spaltung und eine verstörende Neuauflage der verheerenden, äußerst zwiespältigen Ideologie von der Schimäre "Sozialismus", die den Unternehmergeist des Einzelnen unterdrückt und das Wohl der Menschen ganz staatsdirigistischer Gewalt überläßt. "Die große Geste" des neuen sozialistischen Neustädter Marktes entpuppt sich im 21. Jahrhundert als traurige Kulisse gescheiterter politischer Utopien.


Jene fast vollständige Ausradierung dessen, was vor 1945 Dresden als europäische Kunst- und Kulturstadt ausmachte, was deren Identität bestimmt hatte - dieser Ausnahmezustand der fast kompletten Auslöschung eines kulturellen urbanen "Gedächtnisses" rechtfertigt in unseren Augen die Wiederaufbaupläne von einigen wenigen, ausgewählten Gebäuden in der Altstadt. Sie werden von vielen Dresdnern und Dresdnerinnen getragen, alten und neuen Bürgern der Landeshauptstadt, nationalen wie internationalen Förderern.
Selbstverständlich soll und muss sich auch und gerade im Zentrum das Gesicht unserer Zeit widerspiegeln. Nach zurückliegenden brachialen Gewalterfahrungen mit Brüchen und radikalen Neuanfängen wäre allerdings ein einfühlsamerer, sensiblerer Umgang zeitgenössischer Architektur im Kernbereich Dresdens wünschenswert. (TK)




__Dresden 2001

 

 

 

 

 


Blick auf den Neustädter Markt (ca. 2001)
Bildquelle des Bildes: www.worldcityphotos.org

Eine nähere Beschreibung zum Barockhaus im Hotelkomplex "Bellevue" erhalten Sie von
Lutz Rosenpflanzer hier:
(Foto rechts: Lutz Rosenpflanzer 2002)

"Einer Art spätsozialistischen Bürgerinintiative aus Denkmalpflegern, Experten und zahlreichen Bürgern ist es zu verdanken, daß das Bürgerhaus heute der repräsentativste Teil des Hotels Bellevue ist."




Alternativen: Stadtreparatur als Vision

Unsere Vorschläge:

1. Straße B170 zwischen den Torhäusern und Finanzministerium mittelfristig verschmälern.
Mit der Fertigstellung der Autobahn Dresden- Prag fällt diese Fernverkehrsstraßenfunktion, die einen der ehemals schönsten Plätze Dresden zerschneidet, weg. Zeit also, die Platzgestaltung neu zu überdenken ... So sollten also die Fehler der längst überholten Verkehrskonzepte aus den 60er jahren korrigiert werden. Das heißt, die Fernstraße B170 sollte an dieser sensiblen Altstadtstelle aus dem Verkehrswegenetz aufgehoben und als verkehrsberuhigte Innenstadtstraße umgewandelt werden, um hier einen lebenswerten, urbanen Stadtraum zu schaffen und die "notleidende" Neustadt besser an die Altstadt anzubinden.
Der häßliche, entwürdigende Fußgängertunnel sollte schnell zugeschüttet werden.

2. Städtebauliche Reparatur: Annäherung an den historischen Platz- und Straßengrundriss durch Öffnung der Rähnitzgasse zum Neustädter Markt und der Heinrichstraße zur Hauptstraße.




Stadtreparatur

Mit relativ geringem Aufwand könnte mit der Öffnung der Sackgassen Rähnitzgasse und Heinrichstraße eine bewußte Abwendung von Altbauten zu DDR-Zeiten rückgängig gemacht werden. Das bedeutet keine neue Kulturbarbarei, sondern das heißt vernünftige Anbindung der letzten originalen Reste Barockstadt mit dem städtebaulichem Erbe des 20. Jahrhunderts.

Blick in die Heinrichstraße
Blick in die Heinrichstraße Richtung Hauptstraße. Hier ist auch ein Durchbruch als Stadtreparatur geplant, aber der Zeitpunkt ist nach wie vor total offen. 10/03

Rähnitzgasse mit Blick zu den abriegelnden Plattenbauten aus der DDR-Zeit
Noch immer ist Rähnitzgasse eine Sackgasse.
Blick zu den abriegelnden Plattenbauten aus DDR-Zeit

Barockhaus Hotel "Stadt Leipzig"

Hotel Stadt Leipzig - bald nur noch abrissreif. Oktober 2002
Das Hotel "Stadt Leipzig" (Heinrichstraße) ist 2006 verkauft worden. Endlich kann dieses jahrelang leerstehende Baudenkmal saniert und einer sinnfälligen Nutzung zugeführt werden.

Geräumige helle Zimmer im Barockhaus Hotel "Stadt Leipzig"
Durchblick durch die Zimmer im 1. Stock mit
originalen hölzernen Türrahmen.


 

Barock-Treppenhaus
Treppenhaus 1. Stock



Wiederherstellung der Heinrichstraße + Kinderkaufhaus (von Libeskind)

Die Pläne der Woba Dresdens, die bis heute als Sackgasse endende Heinrichstraße bis zur Haupt-
straße heranzuführen, findet bei der GHND ungeteilte Zustimmung. Das ehemals vernetzte Stadtgewebe der barocken inneren Neustadt sollte wieder miteinander verbunden werden und die propagandistische Abwendung der DDR-plattenbauten vom einzig vorhandenen, original barocken Wohnquartier Dresdens rückgängig gemacht werden.
Der renomierte Architekt Daniel Libeskind mit Büros in New York und Berlin hat zu diesem Zweck für die Woba Dresden ein neues Kaufhaus entworfen, bestehend aus zwei Gebäudeteilen nördlich und südlich der Heinrichstraße. Die dekonstruktivistischen Entwürfe werden jedoch nicht von allen
Bürgern geteilt. Einige Dresdner Architekten und Denkmalpfleger beurteilten jene dominant hervorstehenden, abgeschrägt wilden Kuben kritisch. 2003 hat der Architekt auf diese Kritik hin eine Modifikation des ursprünglichen Planes vorgenommen, in dem die Kuben des eigenwilligen Bau's weniger verschränkt und stärker an die Vertikale angeglichen wurde. Doch Symmetrie und klare Ordnung der barocken-zentralen Achse werden immer noch durch die Grundidee von inszeniertem Chaos attackiert. Der Bau in sich wäre sicher eine architektonische Bereicherung für Dresden, an dieser Stelle jedoch greift er die städtebauliche Grundidee der drei Strahlen vom Neustädter Markt doch sehr an. Zudem erinnert die Architektursprache an Stürzendes und Fallendes und löst in Dresden damit erneut irrationale Ängste aus.

Homepage Daniel Libeskind

zur Debatte um dekonstruktivistische Häuser in "Die Zeit" 48/2002 (21.11.02):


Warnung vor einer Architektur des Spektakels:
Sie nutzt sich rasch ab und dient nur den Interessen der Stadtvermarkter.


 
Plädoyer fürs Ungewohnte:
Die Architektur kann uns bereichern – wenn sie mit den vertrauten Normen bricht.
LIebeskind-Bau auf der Hauptstraße in der Neustadt
Ursprünglicher Entwurf des Libeskind-Baus
Zum Vergrößern click

Hauptstr. 7
Hauptstr. 7

2 Ansichten der Gebäude, die vor der Zerstörung 1945 auf dem Grundstück standen, auf dem jetzt der Libeskindbau errichtet werden soll.

Geplant sind eigentlich zwei Häuser, die rechts und links an der wieder zur Hauptstraße herangeführten Heinrichstraße gebaut werden sollen.

 

Hauptstraße,
Hauptstraße, Ecke Heinrichstraße vor 1945,
Situation heute: siehe unteres Bild.


Hauptstraße/Ecke Heinrichstraße:
Sanierte Neubauten links, zum Abriss vorgesehene
Neubauten rechts. Die Heinrichstraße soll hier wieder
zur Hauptstraße hin geöffnet werden.
21.10.02

 


Das relevante Grundstück: Hauptstraße, Ecke
Obergraben. Im Hintergrund vorhandene Altbausubstanz.



Stadtreparatur des Neustädter Marktes:


isometrische Darstellung des Neustädter Marktes von Tobias Knobelsdorf.
Oben: Situation bis 1945,
Mitte : Gegenwart
Unten: Zukunft mit WOBAU/Libeskindbau


Stadtplan vom Neustädter Markt vor 1945


Luftbild Neustädter Markt ca. 1999
Luftbild vom Neustädter Markt ca. 1999

 

 

Zerstörung des Platzgefüges zu DDR-Zeiten

Neustädter Markt 1980
Neustädter Markt nach der Neugestaltung anläßlich des 40.Jahrestages der DDR 1979. Ein zusammenhängender Platz mit südlichen, östlichen und westlichen "Platzwänden" ist durch die maßstablose durchschneidende Fernverkehrstrasse nicht mehr sichtbar.

 

Neustädter Markt 1979
Betonbrunnen 1979 an der Ostseite des völlig umgestalteten Platzes. Den Platzcharakter dieses wegfließenden, undefinierten städtebaulichen Raumes kann man durch die inzwischen hochgewachsenen Platanen erst recht nicht mehr erkennen. Eine "Verbuschung" des ehemals dichten, urbanen Stadtraumes ist die Folge.

 





Einen Abriss der Geschichte
der Inneren Neustadt finden Sie unter www.dresden-neustadt.com


Einige historische und aktuelle Aufnahmen zum Vergleich:

Das Narrenhäusel, 1755 erbaut für den Hofnarren Joseph Fröhlich. Im Zuge der Neugestaltung des Neustädter Königsufers (nach Erlweinschen städtebaulichen Planungen) 1938 als Gaststätte erneuert.


Narrenhäusel 1949
Goldener Reiter
VergrößerungDer Neustädter Markt im August 2003: das frisch vergoldete Reiterstandbild des starken August, links dahinter die Frauenkirche. Die Baracke des alten Narrenhäusl ist abgerissen.

Neustädter Markt in Richtung Carolaplatz
Blick vom "Neustädter Markt" in Richtung Sächs. Staatskanzlei. Von einem Platz kann hier keine Rede sein (überbreite Fernverkehrsstraße und ein häßliches Tunnelsystem für Fußgänger). Feb. 03


Luftbild Neustädter Markt, 1943. Zum Vergrößern: click

Neustädter Markt Ostseite, nach 1886
Neustädter Markt Ostseite, nach 1886
Neustädter Markt, Hauptstraße 1890
Hauptstrasse, ca. 1890, weitgehend ohne Baumbepflanzung

Neustädter Markt Westseite
Neustädter Markt Westseite, um 1890,
Blick in die Große Meissner Gasse


Luftbild Neustädter Markt
Luftbild Neustädter Markt

 


Nicht zum Wiederaufbau vorgesehen. Palais Wackerbarth (sogenannte Ritterakademie) Architekt: J. C. Knöffel (1728) am früheren Beaumontplatz (helles Gebäude im Hintergrund, links neben Zirkus Sarasani).

Die städtebauliche Neuordnung des Gebiets rechts der Hauptstrasse mit seiner ehemals spannungsvollen Platz-Straßenabfolge wird in nächsten Jahren eine Herausforderung für die Dresdner Stadtplanung.



 

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Wackerbarthsches Palais (14.08.1949, 1963 abgerissen),
Medaillon mit Bildnis August des Starken von Benjamin Thomae (1728) in der mittleren Achse gut sichtbar.
(jetzt am Johanneum in der Altstadt, also am Neumarkt)

 


Vollständige Rekonstruktion des Wohnhauses Königstraße 31
von 1988 bis 1990. Vorher war da eine unschöne Lücke.
 

Relief August der Starke / Ostseite
gerettetes Relief "August der Starke" vom
ehem. Palais Wackerbarth - jetzt am Johanneum
Weitere Werke des bedeutenden Barockbildhauers
Benjamin Thomae

 







Bildquellen: Dresden, Deutsche Fotothek, T. Kantschew