Sächsische Zeitung Donnerstag, 12. Juni 2003

Narrenhäusel wird bis zum Stadtfest abgerissen
Rathaus verhandelt mit Investor über Neubebauung

 

Vielen Dresdnern ist sie schon lange ein Dorn im Auge: die Baracke des Narrenhäusels am Neustädter Elbufer. Jetzt soll der Schandfleck endlich verschwinden. Ende Juli will die Stadt die ehemalige Gaststätte an der Augustusbrücke abreißen lassen.

Die Glanzzeiten des Narrenhäusels sind längst vorbei. 1936 im ehemaligen Wohnhaus des Hofnarren Joseph Fröhlich als Gaststätte eröffnet, brannte es im Februar 1945 aus. Die Reste wurden 1950 beräumt. Zu DDR-Zeiten entstand eine Ersatz-Baracke, die bis zum vergangenen Sommer als Gartenrestaurant genutzt wurde. Seit der Flut steht das Haus leer. Ein Wiederaufbau lohnt nicht mehr. Die Stadt bekam aus dem Hochwasser-Topf Geld für den Abriss. Dabei müssen rund 15 Tonnen Asbestzementplatten abgebaut und entsorgt werden. Bis zum Stadtfest am 22. August soll alles erledigt sein.

Baubürgermeister Herbert Feßenmayr (CDU) könnte sich vorstellen, dass an der Stelle des Narrenhäusels wieder ein Neubau entsteht. „Wir sind bereits in Verhandlungen mit einem interessierten Investor“, sagt er. Allerdings sei an der prominenten Stelle am Elbufer ein städtebaulicher Wettbewerb zwingend. Denkbar wäre laut Feßenmayr eine öffentliche Nutzung des Gebäudes, auch Dienstleistung und Gewerbe. So sei der Standort zum Beispiel hervorragend geeignet für eine Operette. Letzteres stößt vor allem bei Gewerbetreibenden der Neustädter Seite auf breite Zustimmung. (SZ/saf)

 

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