Sächsische Zeitung,
06. März 2010


Stadt plant Augustusbrücke als Flaniermeile

Von Stefan Rössel



Dresdner und ihre Gäste sollen in Zukunft ungestört von Autos vom Theaterplatz bis zum Albertplatz flanieren können. Dazu soll nach noch unveröffentlichten Plänen die Augustusbrücke nach ihrer Sanierung autofrei werden. Außerdem schlägt der scheidende Chefstadtplaner Andreas Wurff vor, die Große Meißner und die Köpckestraße vor dem Goldenen Reiter von heute bis zu sechs auf künftig zwei Spuren zu verengen. Dann können die Fußgängertunnel am Neustädter Markt entfallen und Fußgänger bequem ebenerdig die Straße queren. Das Zusammenrücken von Alt- und Neustadt sei eine der wichtigsten Aufgaben der Innenstadtplanung der kommenden Jahre, sagte Wurff. Er hatte diese Pläne bei einer Informationsveranstaltung der Neustadt-SPD erstmals präsentiert.

Brücke erhält breite Fußwege

Die Umbaupläne für die dringend sanierungsbedürftige Augustusbrücke sehen bereits breitere Fußgängerbereiche vor. Die Straßenbahn soll auch weiterhin über die Brücke fahren. Bereits 2007 war eine Untersuchung für die Stadt zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sperrung der Brücke für den Autoverkehr keine gravierenden Einschnitte für den Verkehrsablauf nach sich ziehen würde, sagte Wurff. Der Amtschef regte an, die Sperrung der Brücke für den Autoverkehr einmal im Sommer zu erproben. „Man kann sich da herantasten.“ Eine autofreie Augustusbrücke wird seit Jahren vor allem von den Grünen gefordert.

Die Sperrung der Brücke würde den Verkehr auf der Bundesstraße, die auf Neustädter Seite wie eine Sperre vor der Bebauung liegt, beruhigen. Die Abbiegerspuren könnten eingespart werden, sagte Wurff. „Durch Verlagerung des Verkehrs mehr auf die Albertstraße und die Marienbrücke statt auf Hainstraße und B170 könne die Strecke so stark beruhigt werden, dass neben der Straßenbahn nur noch je eine Autospur nötig wäre.“

Autotunnel ist ausgeschlossen

Den Bau eines Autotunnels am Neustädter Markt schloss Wurff dagegen aus. Ein Tunnel benötige sehr lange Einfahrtsrampen, die noch stärker trennen würden als die jetzige breite Straße. Eine solche Untertunnelung war zuletzt von der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) ins Gespräch gebracht worden. Auch die Bürgerfraktion plädierte bereits mehrfach dafür. Doch die Idee wurde auch wegen Hochwasserbedenken an der Elbe verworfen.

Angelehnt an die historische Gestaltung soll nach den Plänen der Stadt auch der Neustädter Markt wieder nah an die Straße heran bebaut werden. Allerdings gehe es nicht um eine historisierende Bebauung, wie von der GHND am Eingang zur Heinrichstraße gefordert.Wurff sprach sich für moderne Häuser aus. Im April will die Stadt das Konzept für die Innere Neustadt öffentlich präsentieren.

Ein Foto

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