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Dienstag,
16. Januar 2010
(Sächsische Zeitung)
Protest
gegen Bauten am Neustädter Markt
Gesellschaft Historischer Neumarkt warnt vor Schaden für das Barockviertel.
Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden warnt vor einem Neubauprojekt
an der Ecke von Hauptstraße und Heinrichstraße. Die Realisierung würde
„größtmöglichen Schaden im Stadtbild“, nämlich im Barockviertel, hinterlassen,
hieß es in einer gestern veröffentlichten Erklärung. Mitarbeiter der
Gesellschaft hätten die in der Öffentlichkeit unbekannten Pläne bei
dem Investor, der Weimarer Florana KG, einsehen können. Er plant einen
Komplex von Wohngebäude mit Läden im Erdgeschoss. „Der Anblick war
schockierend“, heißt es. Die Architektur falle so grob und monoton
aus, dass sogar die positiven Elemente des Plattenbauensembles vernichtet
würden.
Nach
dieser Information steht die Planung kurz vor der Genehmigung. Das
Planungsamt habe auf einen Bebauungsplan verzichtet, obwohl der Stadtrat
die Aufstellung beschlossen habe. Von der Stadt war gestern keine
Stellungnahme zu erhalten.
Stefan Rössel
Dresdener
Neueste Nachrichten
vom 16./17.01.2010
Stadtrat nicht einbezogen
Streit um Neubau an der Hauptstraße
Anstelle der nahezu leerstehenden Platte an der Hauptstraße 5 bis
7a will die Thüringer Baufirma Florana Läden und Eigentumswohnungen
bauen (DNN berichteten), doch der moderne Entwurf für das Haus des
Dresdner Architekturbüros "Knerer und Lang" wird von der Gesellschaft
Historischer Neumarkt (GHND) scharf kritisiert. "Die Architektur fällt
grob und monoton aus, wodurch das architektonische und städtebauliche
Niveau so weit abgesenkt wird, dass sogar die positiven gestalterischen
Elemente des Plattenbauensembles aus DDR-Zeiten zunichte gemacht werden",
teilten die Vorstände der GHND, Birgit Lucas, Torsten Kulke und Philipp
Maass gestern mit. Die Mitglieder der Gesellschaft Historischer Neumarkt
ärgern sich vor allem über den Umstand , dass die Öffentlichkeit und
der Stadtrat bei den Planungen für das Haus an der Hauptstraße, mit
dem vor einigen Jahren schon Stararchitekt Daniel Libeskind große
Pläne hatte, nicht einbezogen worden sind. Diese Kritik richtet sich
an das Stadtplanungsamt. "Die eigene, vom Oberbürgermeister unterschriebene
und vom Bauausschuss bestätigte Vorlage zur Aufstellung eines Bebauungsplanes
für dieses Areal wurde schlicht übergangen und nicht vorangetrieben.
Dadurch hätten wesentliche Gestaltungsmerkmale festgelegt und eingefordert
werden können", heißt es in dem Schreiben des Vorstandes.
Lucas, Kulke und Maass fordern den Stadtrat auf, vor Erteilung der
Baugenehmigung für ein neues Haus in unmittelbarer Nähe zum Goldenen
Reiter auf die Aufstellung eines Bebauungsplanes zu bestehen. Der
Geschäftsführer der Firma Florana, Heinz Nettekoven, erklärte auf
DNN-Anfrage: "Wir können jetzt nicht viel tun, nur abwarten und schauen,
wie die Stadt bzw. der Stadtrat reagiert." Die Baugenehmigung sollte
ursprünglich bis Ende Januar vorliegen.
Christoph Stephan
Dresdner
Morgenpost
vom 16./17.01.2010
Hüter des Neumarkts gehen fremd
Die Gesellschaft Historischer Neumarkt kümmert sich jetzt auch um
die Neustadt. Streitpunkt:
Die Baupläne für das Plattenbau-Areal an der Hauptstraße/Ecke Heinrichstraße.
Der Verein holt zum Rundumschlag gegen Stadt und Architekten aus.
Der Entwurf des Dresdner Architektenbüros Knerer und Lang sein zu
modern und monoton. Schuld daran sei vor allem das Stadtplanungsamt.
Schon im April 2008 habe der Bauausschuss beschlossen, für das Areal
einen Bebaungsplan zu entwerfen, der grundsätzliche Gestaltungs-fragen
klären soll. Das Amt habe diese Forderung einfach ausgesessen, die
Öffentlichkeit außerdem nicht ausreichend informiert.
Der Verein wünscht sich, dass die Bürgerhäuser nach historischem Vorbildern
wieder errichtet werden, hat davon schon konkrete Vorstellungen (Foto).
"Die Architekten sollten mal zur Kenntnis nehmen, was die Leute wollen",
sagt Architekt Andreas Hummel vom Verein. Heinz Nettekoven vom Grundstückseigentümer
Florana KG ist sicher, dass der bisherige Entwurf auf mehr Zustimmung
stößt: "Bei einem Neubau mit historischer Fassade kann man zum Beispiel
keine Balkone anbauen. Bei einem 12-Millionen Projekt muss man an
die Wirtschaftlichkeit denken."
Architektin Eva Lang wollte gestern keine ihrer Entwürfe öffentlich
machen. Auch von der Stadt war bis zum Nachmittag keine Stellungnahme
zu bekommen. ag

Wochenkurier (3.
Woche 2010)
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