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Samstag, 19. Juni 2010
(Sächsische Zeitung)
Dresden bekommt sein Schlosshotel
Von Thilo Alexe
So soll das Schlosshotel mit dem Namen Swissotel aussehen. Ab 2012 werden gegenüber des Schlosses Gäste bewirtet. Zudem entstehen das Bosésche Haus und der Löwenhof. Grundsteinlegungen haftet meist der Charakter des Deftigen und Bierseligen an. Dass es zuweilen auch bewegend, ergreifend zugehen kann, zeigte sich am Freitag am Dresdner Neumarkt.
Bei der Feier für den Baubeginn des Quartiers VIII, es liegt zwischen Schloss und Verkehrsmuseum, sitzt Heribert Pluto im Festzelt. Der kleine, über 80-jährige Mann war einst Bewohner des Areals. „Ich wurde zum Krieg eingezogen und kam erst 1948 zurück“, sagt der feine alte Herr. Seine Geschwister starben bei den Luftangriffen im Februar 1945 in den Gebäuden der Schössergasse. Der Krieg hat Heribert Pluto das Leben gerettet.
Geschichte ist greifbar am Neumarkt unweit der Frauenkirche. „Hier wird eine Wunde geschlossen“, sagt Baubürgermeister Jörn Marx, der beim Festakt Oberbürgermeisterin Helma Orosz (beide CDU) vertritt. „Ich bin froh, dass es vorwärts geht.“
Rund 100MillionenEuro sollen bis 2012 verbaut werden. Auf dem Gelände entstehen ein Hotel sowie auf zwei angrenzenden Parzellen das Bosesche Haus und die Wohnresidenz „Löwenhof“. Das von Schweizern geführte Swissotel mit einer Kapazität von 235 Zimmern ist für gehobene Ansprüche ausgelegt. In den beiden anderen Häusern entstehen noble Quartiere für Dresden-Besucher, exklusive Eigentumswohnungen sowie Läden und Cafés.
Bauherrn Berndt Dietze ist anzumerken, dass dem Festakt mit Bergsteigerchor und alpiner Blasmusik harte Verhandlungen über das Millionen-Projekt vorausgingen. Hätte er drei Wünsche frei, sinniert der Geschäftsführer der Baywobau, erwäge er durchaus, sich zu wünschen, dass das Vorhaben nicht begonnen hätte.
Absage an Billigarchitektur
Hoch seien die Belastungen. Zuweilen zerbrächen sogar Freundschaften, sagt der erfahrene Baumanager. „Es war eine schwere Geburt.“ Doch dann wird Dietze hoffnungsvoll. Vor Kurzem sei er Großvater geworden. Die Enkelin sei ebenfalls nach schwerer Geburt auf die Welt gekommen – „und jetzt um so schöner“. Applaus.
In seiner rund 15-minütigen Rede spricht Dietze mehrfach von schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Dennoch sei es gelungen, das Projekt zu starten. Geplant sei keine Billigarchitektur. Entstehen sollen „Gebäude mit Werthaltigkeit“.
Baubürgermeister Marx rechnet damit, dass in vier bis fünf Jahren die letzten Brachen am Neumarkt bebaut sind. Hofnarr Frölich alias Matthias Schanzenbach beschreibt vor 300 Gästen seine Sicht der Dinge: „Seit Erich der Dachdecker vor 20 Jahren für immer von uns gegangen ist, ist die Residenz Stück für Stück gewachsen.“
Quelle: www.sz-online.de/Nachrichten/Dresden/Dresden_bekommt_sein_Schlosshotel/articleid-2491764
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