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Mittwoch,
20. Januar 2910
(Sächsische Zeitung)
Streit um Neubau
auf der Hauptstraße
Auf der Hauptstraße soll ein Plattenbau abgerissen werden und ein
modernes Wohn- und Geschäftshaus entstehen. Kritiker fordern aber
eine Barockfassade.
Im Streit um den Bau eines neuen Wohnhauses an der Hauptstraße lehnt
die Stadt einen Wiederaufbau nach historischem Vorbild ab. Dort soll
der bestehende Plattenbau, der bis an den Obergraben reicht, abgerissen
und durch einen modernen Neubau ersetzt werden. Ziel des Planungsamts
sei es, die historischen Baufluchten wiederherzustellen, sagte Amtsleiter
Andreas Wurff der SZ. Vor allem soll die Heinrichstraße wieder zur
Hauptstraße hin geöffnet werden. Sie ist derzeit nur über einen kaum
wahrnehmbaren Durchgang angebunden. „Der Wunsch nach einem historischen,
einmal dagewesenen Stadtbild kann für die Beurteilung nicht herangezogen
werden“, stellte Wurff klar.
Neumarkt-Verein entsetzt
Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) hatte sich entsetzt
über die Planung der Neubauten geäußert, weil sie ebenfalls in modernem
Stil gehalten werden soll. Der Verein hatte als einziger Außenstehender
bisher Gelegenheit bekommen, die Pläne bei dem Investor, der Florana
KG, einzusehen. Inzwischen meldeten sich weitere Kritiker des Projekts
auch aus anderen deutschen Großstädten mit Leserbriefen zu Wort. Überall
heißt es, die Bebauung des Neumarkts solle auch in der Hauptstraße
zum Vorbild genommen und mindestens eine historisierende Architektur
geplant werden.
Wie die jetzigen Pläne aussehen, bleibt vorerst weiter unbekannt.
Florana wollte gestern trotz wiederholter Nachfrage kein Bildmaterial
zur Verfügung stellen. Auch das Planungsamt lehnte unter Hinweis auf
das laufende Verfahren ab, Unterlagen im Ortsbeirat vorzustellen.
Es wolle lediglich den Bauausschuss in seiner kommenden Sitzung darüber
informieren.
Die GHND hatte auch beklagt, dass die Stadt entgegen einem Beschluss
des Stadtrats keinen Bebauungsplan für das Projekt aufgestellt hat.
Hierzu erklärte Wurff, der Aufstellungsbeschluss sei nur zur Abwehr
anderer Planungen herbeigeführt worden. Es habe nämlich Anzeichen
gegeben, dass der vormalige Eigentümer, nämlich die Woba beziehungsweise
Gagfah, eine Modernisierung der Plattenbauten beabsichtigte. Damit
wäre der Durchbruch zur Heinrichstraße nicht gelungen. Stefan Rössel
ein
Foto
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