Sächsische Zeitung,
23. Januar 2010

Grüne wollen Neubau an der Hauptstraße stoppen

Investor Nettekoven stellt jetzt die Veröffentlichung der Pläne in Aussicht.

Mit einem Eilantrag wollen die Grünen im Stadtrat den geplanten Neubau an der Hauptstraße zwischen Obergraben und Heinrichstraße stoppen. In der Begründung folgen sie der Forderung der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden. Dort sei eine hochwertige Bebauung erforderlich, die „auch hinsichtlich der Qualität der Fassadengestaltung Maßstäbe setzt“, erklärte Stadtrat Thomas Löser gestern.

Mit ihrem Antrag wollen die Grünen erreichen, dass das kurz vor dem Abschluss stehende Genehmigungsverfahren ausgesetzt wird. Der Bauausschuss solle umfassend über das Projekt informiert werden. Dafür sei ein Bebauungsplan aufzustellen. Außerdem solle das Planungsamt die Öffentlichkeit mit einer Informationsveranstaltung darüber in Kenntnis setzen.

Die Neumarkt-Gesellschaft hatte bisher als einziger Unbeteiligter Einblick in die Pläne bekommen und eine schlichte Architektur bemängelt. Geplant sind dort neue Wohn- und Geschäftshäuser, wobei der Zugang zur Heinrichstraße wieder geöffnet wird.

Der Bauträger Florana hatte die Veröffentlichung von Bildmaterial zu dem Projekt bisher verhindert. Geschäftsführer Heinz Nettekoven stellte für kommende Woche Ansichten in Aussicht.

Stefan Rössel

 

Hier schreiben die Leser

Zu „Streit um Neubau auf der Hauptstraße“ in der SZ vom 20. Januar:

Behutsam bauen an Übergang zu Altem

Dass die hässlichen Bauten am Neustädter Markt verschwinden, begrüße ich sehr. Ich hoffe nur, dass sie nicht wieder durch neue dieser Bauart ersetzt werden. Diese modernen Gebäude kann man in Dresden genügend bauen, wo sie angebracht sind. Aber nicht an Nahtstellen, die einen Übergang zu den alten, Dresden berühmt gemachten Barockvierteln darstellen. Man sollte diese einmalige Chance nicht verspielen und ein Stück verlorenes Dresden wieder zurückgewinnen. Denn nur das hat der Stadt in aller Welt den Namen „Elbflorenz“ verliehen. Ich hoffe, dass die Vernunft bei den Verantwortlichen sich durchsetzt, für eine Rückgewinnung eines kleinen Stückes verlorengegangenen Glanzes der Stadt Dresden.

Harald Anke, per E-Mail

Plattenbau erinnert nicht an alte Tradition

Herr Wurff meint, eine historische Bebauung kommt nicht infrage! Eine Bebauung die Dresden einst zu den schönsten Städten Europas machte. Wenn es nun darum geht, diese sensible Stelle der Hauptstraße zu bebauen und man sich dann an den Plattenbauten als Leitmotiv orientiert, ist von dieser alten Dresdner Bautradition leider nicht das Geringste übrig geblieben. Eine vertane Chance!

Mario Kessler, per E-Mail

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