Sächsische Zeitung,
27. Februar 2010


Streit um Hauptstraße belebt Diskussion um die Neustadt

Stefan Rössel

Das Planungsamt kündigt ein öffentliches Forum zur Zukunft des Viertels an. Es reagiert auf die Kritik des Neumarkt-Vereins.


Der Streit um die geplanten Neubauten in der Hauptstraße, mit denen der Zugang zu Heinrichstraße und Obergraben besser geöffnet werden sollen, hat der Diskussion um die Zukunft der Inneren Neustadt einen kräftigen Schub gegeben. Gestern präsentierte die Gesellschaft Historischer Neumarkt (GHND), die ihren Wirkungsbereich entsprechend erweitern will, ihren Plan zur Wiederherstellung des Neustädter Markts nach Vorkriegsgrundriss (die SZ berichtete).

Zugleich kündigte das Stadtplanungsamt für April eine Podiumsdiskussion über ihre Vorstellung zur Stadtreparatur in dem Gebiet an. Es legte einen entsprechenden Modellplan bei, aus dem anvisierte Neubauten und neue Wegebeziehungen sichtbar werden (siehe Bild). Bei dem Forum sollten realistische Ziele des städtebaulichen Denkmalschutzes erörtert werden. Vor allem gehe es darum, das Gebiet zwischen Hauptstraße und dem Barockensemble der Königstraße wieder zu beleben.

Der Unterschied der Konzepte ist am deutlichsten rund um den Neustädter Markt zu sehen. Das Planungsamt geht von einem Erhalt der Bundesstraße im Zuge der Großen Meißner und Köpckestraße aus. Die GHND will sie in einen Tunnel oder auf eine andere Strecke verlegen und die Fläche an den Rändern bebauen. Sie setzt außerdem auf historisierende Stilformen, während das Planungsamt wie im Fall Hauptstraße modernen Stil zulässt.

Blick auf die Äußere Neustadt

Bereits am Montag veranstaltet die SPD eine Diskussionsveranstaltung über die künftige Gestaltung der Äußeren Neustadt. Dabei werden vor allem die Möglichkeiten nach Ende des Status als Sanierungsgebiet erörtert. Daran soll unter anderem Planungsamtsleiter Andreas Wurff teilnehmen. Das Forum beginnt um 19 Uhr bei Wehnerwerk, Kamenzer Straße 12.

ein Foto
Modell der Stadt für die Zukunft der Inneren Neustadt rund um die Hauptstraße. Gewünschte Neubauten sind rot gefärbt. Visualisierung: LHD, Stadtplanungsamt

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