Quartier III/2
 
Palais Hoym



Übersicht der städtische Planung von 2001 für das Quartier III/2 (rot umrandet: Palais Hoym
als Leitbau)

 

 

 

 


 

Bild: Luftaufnahme vom Neumarktgebiet 1944 mit Hervorhebung des Palaiskomplex Palais Hoym, Foto: Bildarchiv Foto Marburg / Vergrößerung

Neues vom Quartier III

Vollenden Sie das Juwel
8804 m2 Bauland an der Dresdner Frauenkirche - das Quartier III-2
Ausführliche Informationen auf: www.juwel-dresden.de
( +Info-pdf)


Freistaat will größtes Grundstück am Neumarkt verkaufen
Es werden Interessenten für fast 9000 Quadratmeter Bauland gesucht. Auf dem Gelände soll wieder das Palais Hoym entstehen. SZ vom 09.07.2011


Pressemitteilung
Kammermusiksaal Robert Schumann PM vom 27.11.09



Ein neuer Musiksaal für den Neumarkt
Die Gesellschaft Historischer Neumarkt schlägt am Neumarkt den Bau eines Kammermusiksaals vor. SZ vom 28.11.09

Satzung der Landeshauptstadt Dresden über die
Gestaltungssatzung G-11, Palais Hoym
(Landhausstraße 11)
www.dresdner-amtsblatt.de/files/issue1232008963/ddamt_03kw2009_web.pdf
(siehe Seite 7-9)
vom 15. Jan. 2009

Streit um den originalgetreuen Aufbau vom Palais Hoym am Neumarkt

Das Land bietet die Fläche hinterm Polizeipräsidium zum Kauf an und will dabei wenig Einschränkungen. SZ vom 09.10.08

Neumarkt-Verein: Palais Hoym soll komplett entstehen,
SZ vom 16.07.08

Am 17.07.2008 lief die öffentliche Auslage des Bebauungsplanes und der Gestaltungssatzung zum Quartier III-2 aus. Die GHND gibt aus diesem Anlass eine Stellungnahme heraus:
Stellungnahme vom 14.Juli 2008 (pdf)

Informationen zur Offenlage
Bebauungsplan Nr. 327, Dresden-Altstadt I Nr. 31, Neumarkt, Quartier III/2 Gestaltungssatzung G-11, Palais Hoym (Landhausstraße 11) (Entwurf zur öffentlichen Auslegung) - http://dresden.de/de/08/01/04/03/b327_entwurf.php

Bauherren gesucht
Unverzichtbare historische Gebäude im Quartier III.2 am Neumarkt
Wiederaufbauvorschläge der GHND (pdf)
Zur Untersetzung unserer am 14.07.2008 abgegebenen Stellungnahme zum Quartier III-2 ist im Amtsblatt der Landeshauptstadt Dresden vom 17.07.2008 nebenstehende Anzeige erschienen.


In Ergänzung des Wiederaufbau des Palais Hoyms einschließlich seines Festsaaltraktes gemäß städtischer Planung forciert die GHND die Rekonstruktion des gesamten einzigartigen Palaiskomplexes zwischen Landhaus- und Rampischer Straße inklusive der Gebäudeteile im Inneren der Anlage und der wesentlichen Gebäudestrukturen. Außerdem wird die Wiederherstellung von fünf weiteren bedeutsamen, bisher von städtischer Seite unberücksichtigten Bürgerhäuser angestrebt.
Engagieren auch Sie sich für dieses Vorhaben!

Stadt will Neumarkt originalgetreu aufbauen lassen, SZ vom 08.05.08

DNN vom 12.März 2008:
Neumarkt: Stadt will im Quartier III verbindlichen Plan
Die Stadt will erstmals am Neumarkt einen verbindlichen Bebauungsplan aufstellen. Der B-Plan soll im Quartier III/2 (mit dem Leitbau „Palais Hoym“) auf dem Gelände des abgerissenen Polizeipräsidiums im Detail Investoren vorschreiben, was gebaut werden darf. „Ein Novum“, sagte Kathrin Tauber vom Stadtplanungsamt im Ortsbeirat Altstadt. Das sei erst mit den bestehenden Vergleichsbauten am Neumarkt möglich geworden, erklärte Tauber. Es sei aber nicht sicher, ob es angesichts der komplizierten Baugesetzgebung gelinge. Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) begrüßte das Unterfangen. „Unser Verein fordert das seit Jahren“ meinte Kulke. Der Vorteil eines Bebauungsplanes liege darin, dass beispielsweise innere Strukturen von Kellern und Treppenbauten vorgeschrieben werden können – anders als beim British Hotel an der Landhausstraße. Der Ortsbeirat Altstadt stimmte dem Unterfangen zu. Laut Tauber wird der Entwurf des Bebauungsplanes noch vor der Sommerpause präsentiert.

 


Originale Brunnenfiguren (im ehemaligen Hof des Palais Hoym) - von ca. 1972 bis 2003 aufgestellt in einer Nische des Polizeianbau-gebäudes, das 2005 abgerissen worden ist.
Die eingelagerten Brunnenteile sollen in den als Leitbau vorgesehenen Neubaukomplex mit einbezogen werden. Vergrößerung


Modell Palais Hoym (Ausschnitt) von Ritter
http://rittermodelle.de/architektur.html

 

 

Text aus der Homepage
www.sib-neumarkt.com/landhaus.htm :
Quartier am Landhaus

Das zum Verkauf stehende Baugrundstück schließt an das kürzlich sanierte ehemalige Polizeipräsidium im Stil der Neorenaissance an und liegt in direkter Nachbarschaft zur Frauenkirche. Bis 1945 stand auf dem Areal mit dem Palais Hoym eines der prachtvollsten barocken Häuser der Stadt.
Von 1977 bis zum Abriss 2005 befand sich hier der Erweiterungsbau des Präsidiums. Die Verbindung von einer gemischten Bebauung – Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe – und der Rekonstruktion des eleganten Palais als Leitbau macht den besonderen Reiz des Quartiers aus. Vor allem die großzügigen Höfe des ehemaligen Adelspalais lassen sich vielfältig und interessant nutzen.

Grundstücksbeschreibung
Die zu veräußernden Flurstücke liegen im Quartier III des Areals des historischen Neumarktes in unmittelbarer Nähe der weltbekannten Frauenkirche. Als Leitbau soll das Hoymsche Palais als eines der letzten wieder zu errichtenden Palais entstehen. Das Palais entsprach seinen Grundrissen nach eher einem Bürgerhaus mit zwei Obergeschossen und einem Mansardengeschoss, einer 13-Achsen-Front mit dreifenstrigem Mittelrisalit. Über den drei reich geschnitzten Mittelportalen ragte vor den Fenstern des Mittelrisalits im ersten Stockwerk ein Balkon vor. Ziel ist eine Annäherung an die historischen Gegebenheiten, wobei im Einzelnen der Architekt zu neuen Lösungen schreiten kann, ohne dass das Gesamtbild leidet. Abstimmungen mit der Denkmalbehörde sind erforderlich, wobei Spielräume bei der Innengestaltung möglich sind. Das Hoymsche Palais erlangt durch die geplante Verlegung des Einganges des Stadtmuseums in die Landhausstraße zunehmend an Bedeutung. Für die übrigen Flächen ist eine kleinteilige Bebauung vorgesehen. Das Stadtplanungsamt strebt eine Vielfalt an Nutzungsarten an, großflächige Nutzungen sind nicht geplant.

 

Ansicht von der Frauenkirche auf das heute als Quartier III-2 bezeichneten Areal mit Blick in die Rampische Gasse (rechts der Rampischen Straße). Aufnahme: 1930, Vergrößerung


Palais Hoym


Palais Hoym, Landhausstraße 11, Illustrationen: S.Hartmann

Das größte bis 1945 erhaltene Adelspalais im Neumarktgebiet war das Palais Hoym, welches sich über mehrere Höfe zwischen Landhausstraße 11 und Rampischer Straße 16/18 erstreckte.

Das Palais entstand 1739 im Auftrag von Oberstallmeister Graf Johann Adolf v. Brühl, dem Bruder des Premierministers. In der kühlen Noblesse des "sächsischen Rokoko" errichtete Johann Christoph Knöffel 1739 - 42 den Hauptbau an der Landhausstraße. Das Gebäude wurde im Siebenjährigen Krieg 1760 zerstört und von Reichsgraf von Hoym, seit 1752 neuer Besitzer, wieder errichtet. Die in diesem Zusammenhang neu geschaffenen prächtigen Rokokotüren waren wohl das Werk J.Deibels.
Seit 1766 im Besitz des Kurf.Geheimen Rates W.v.Riesch, wurde das Palais durch den Architekten F.A.Krubsacius zu einer Vierflügelanlage mit Festsaaltrakt umgebaut und erstreckte sich durch Hinzufügung weiterer Gebäude nunmehr bis zur Rampischen Straße.
Nach dem Erwerb durch die Dresdner Gesellschaft Harmonie um 1830 wurde der Bau mehrfach verändert. Am 05. Januar 1848 wurde von Robert (und Clara) Schumann in den Räumen der Harmonie der „Verein für Chorgesang", einer der Vorläufer der 1884 gegründeten Singakademie, ins Leben gerufen. (siehe: Armin Gebhardt "Robert Schumann. Leben und Werk in Dresden)

Bis zur Zerstörung 1945 war im Palais das "Conservatorium für Musik" beheimatet. Der geborgene Brunnen Knöffels aus dem Innenhof, stand lange Zeit am Anbau des Polizeipräsidiums, welcher inzwischen abgerissen wurde.



Von unserer Gesellschaft komplett ausgearbeitete
Rekonstruktionszeichnungen des Palais' Hoym. Hier: Hofansicht

 


Krubsacius, Friedrich August, Grundriss Palais Hoym
Verwalter: Dresden, Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Planarchiv


 
Palais Hoym an der Landhausstraße (vor 1945) von der Friesengasse aus gesehen mit einer vornehm-zurückhaltenden Ornamentik von Knöffel. Foto: Sächs. Fotothek/ SLUB

Palais Hoym, Ansicht von der
Landhausstraße - Erdgeschoss mit
Portal und 1. Obergeschoss
 


Hoym'sches Palais (MIttelbau in Hof) nach 1760. Ausschnitt der Fassade im Hof mit dem
Delphinbrunnen von Gottfried Knöffler (Prof. der Akademie), Aufn. um 1920
Von dem Bildhauer stammen u.a. auch die Hermen und der Brunnen im Taschenbergpalais, sowie der Brunnen und die Kindergruppen vom Coselpalais.)


Zeichnung vom Neumarktquartier östlich der Frauenkirche
mit dem Palais Hoym (kräftiger markiert)


Gartenhaus

Geist der Aufklärung

Frühklassizismus in Dresden
Etwas Nobles, aber ohne überflüssige Zierraten.
Von Dr. Manfred Scholze

Zitat auf: www.dresdner-blaettl.de/2005/18/181101.htm
Solcherart Bauen, das auch bei den Bürgerhäusern rund um die Frauenkirche Realität wurde, entsprach der neuen Bauordnung, die der neue Kurfürst König Friedrich August III erlassen hatte. Darin hieß es unter anderem, dass „künftighin bey allen neu aufzuführenden Palais und anderen Bauten ... dahin gesehen werde, dass an allen Stücken und Teilen des Gebäudes etwas Nobles, dabey aber doch an Schmuck und Zierraten nichts überflüssiges ... sich finde.“

Es lag aber nicht nur am Tode des Barockfürsten und anderer Dresdner Barockgrößen, die just in diesen Jahren starben (Dinglinger 1731, Permoser 1732 und Pöppelmann 1736), sondern auch am neuen Zeitgeist, der diese Veränderungen hervorbrachten. Der Geist der Aufklärung und damit die Hinwendung zum Diesseitigen, zur Natur, aus der man mittels des Verstandes Vernunft schöpfen konnte, bestimmte ihn ebenso wie die Antikenverehrung seit man in den Dreißigerjahren in der Nähe von Pompeji Ausgrabungen gemacht hatte. Dazu hatte auch der in Nöthnitz und Dresden lebende Gelehrte Johann Joachim Winkelmann beigetragen. Seine Beschäftigung mit dem Altertum führte zu vielbeachteten Publikationen und seine Formel von der „Edlen Einfalt und stillen Größe“ wurde zum Schlagwort dieser Zeit.



Haupttreppenhaus im Palais Hoym - Zeichnung 1780
 

Fassade zur Landhausstraße (Ausschnitt)

 

Literatur:

Rainer Henke: Das Palais Hoym. Geschichte einer Dresdner Adelsresidenz, Dresden 2006

 

 

zu Quariter III/1

zurück zur News-Hauptseite