Quartier II /3
 
Rampische Straße 23, 25, 27 sowie 31 und 33

Bauherr:   Projektentwickler Jürg Köllmann aus Taunusstein
Fibona Beteiligungsholding + Firma USD
("Unser schönes Dresden") = Immobiliengesellschaft „Elbwiese 101“
   
Nutzung:   Wohnungen / Läden im EG


Kopfbau Rampische Straße - Postkarte um 1936 (aus der Sammlung Dr. Rohland)

Fritz Löffler beschrieb den Blick durch die Rampischen Straße als "bedeutenden Auftakt zur Frauenkirche (...) mit dem Kopfbau der Rampischen Gasse, hinter dessen bewegter Fläche die vollplastische Kuppel aufstieg." Von der städtebaulichen Qualität und Harmonie dieses Ensembles, das nach Löffler "zu den kostbarsten Raumbildern Europas" gehörte, waren Dresdenbesucher seit dem 19. Jahrhundert fasziniert.

Prof. Dr. Hans-Joachim Neidhardt: "Als wir uns vor einigen Jahren Gedanken machten
über ein Signet für unsere Gesellschaft Historischer Neumarkt, da wählten wir mit
Bedacht das Motiv eines Blickes durch die Rampische Straße auf die Frauenkirche.
Konzentrierte sich doch in diesem Bild symbolisch unser Anliegen, das in vereinfachter
Formulierung lautet: Zur historisch rekonstruierten Frauenkirche gehört der historisch
rekonstruierte Neumarkt!"

Mehr Informationen zur Rampischen Straße im Neumarkt-Kurier 3. Heft 2004


Städtebauliches gestalterisches Konzept. Übersichtsplan. Dezernat
Stadtentwicklung und Bau/ Stadtplanungsamt Dresden - 01.12.2001


F. Hartmann: Grundrisse der Obergeschosse der Häuser der Rampischen Straße (1916)
(Ausschnitt für die Hausnummern 23-33), blau markiert: Leitbau Nr. 33 mit
Wiederherstellung des Grundrisses nach dem Städtebaulichen gestalterischen Konzept
von 2001


Manfred Wagner, Dresden: Komplettabwicklung der Häuser Rampische Straße 23-33
(1980er Jahre). (Bildnachweis: Prof. Dr. Manfred Wagner, Dresden)



Neues vom Quartier II

Haus von Augusts Geliebter entsteht neu
Das Kurländer Palais ist fast fertig. Jetzt soll auch der kleine Zipfel gegenüber bebaut werden.
SZ vom 14.01.09


Noch mehr Häuser im historischen Stil,
BILD vom 12.01.09

Wiedergeburt unseres Neumarkts.
Dynamo-Sponsor errichtet den Bau nach historischem Vorbild. So soll er später aussehen.
BILD vom 11.01.09

 


Das städtebaulich bedeutendste Bürgerhaus des barocken Dresden wurde 1717 errichtet. Als Architekt kommt Pöppelmann in Frage, dessen zweites Meisterwerk bürgerlicher Baukunst es darstellt. Mit der Kopffassade des Baues wurde auf gekonnte Art und Weise der gesamte Baublock der Rampischen Straße zusammengefasst. Die Ecken wurden durch Lisenen betont, die Fenster der Seitenachsen besaßen lediglich Putzspiegel, während der einachsige Mittelrisalit der Platzfassade und der dreiachsige der Front zur Rampischen Straße (Bild rechts) mit Verdachungen, profilierten Gewänden, Sohlbänken mit Konsolen und reich ausgebildeten Kartuschen unter den Verdachungen versehen waren.
Foto: SLUB, Deutsche Fotothek
 
Ruine der Hauptfassade des Hauses Rampische Straße 33 / (Oktober 1948). Fotonachweis: Landeshauptstadt Dresden, Bildstelle Stadtplanungsamt.

 


Rampische Straße 23 und 25 (vor 1945)
Fotonachweis: SLUB (Deutsche Fotothek)

Die beiden Häuser von G. Haase (um 1717) unterscheiden sich nur im Details der Stuckplastik. Die Mittelachse wird u.a. durch Verdachungen und profilierte Fenstergewände hervorgehoben. Seitlich werden die Häuser von Lisenen mit Phantasiekapitellen begrenzt. Die Mansarddächer besaßen Schleppgaupen. Diese schlichte Dachlandschaft gilt es wieder herzu-
stellen, da sie den majestetischen Eindruck der über den Dächern schwebenden Kuppel der Frauenkirche effektvoll steigerte.
 


Rampische Straße 27, 29 und 31 (vor 1945)
Fotonachweis: SLUB (Deutsche Fotothek)

Rampische Str. 27: Das Haus mit Mansarddach und Schleppgaupe besaß einen schlichten, eleganten Erker mit aufgeputzten Spiegeln und Brüstungsfeldern. Die Fenster seines 1. und 2. OG waren mit zwei Bögen und mittlerem Schlussstein versehen.

Rampische Str. 29 und 31: Die von G. Haase zwischen 1715 und 1720 errichteten Häuser mit Mandsarddach und Schleppgaupen waren in der Fassadengestaltung anderen Häusern von ihm ähnlich. Die Fenster der zwei-
achsigen Mittelrisalite waren mit Segmentbogen- und Dreiecksgiebelverdachung dekorativ betont. Beim Haus Nr. 31 waren in den Muscheln der Fenster des 2. OG zusätzlich noch bärtige Männermasken eingefügt. Die Häuser mit ihren kleinen Höfen hatten noch eine schlichte Fassade zur Salzgasse.

Das Haus Nr. 29 baut die GHND mit Hilfe von Spendengeldern originalgetreu wieder auf.


Situation nach 1945: auch die Ruinen der Salzgasse waren wiederaufbaufähig,
wurden aber später abgebrochen. Ab Bildmitte bis rechts: Neubau von 1936
Fotonachweis: Landeshauptstadt Dresden, Bildstelle Stadtplanungsamt


Der Wiederaufbau dieser berühmten Straße stand in den frühen 1950er Jahren zur Debatte, wurde aber aus finanziellen und politischen Gründen zurückgestellt. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr Dresdens 1956 sind die Ruinen der Rampischen Straße dann abgebrochen worden.


Gerhard Ebeling: Handaufmaß der Fassade des Hauses Rampische Straße 31 (1950er Jahre)
Bildnachweis: Landesamt für Denkmalpflege Sachsen, Plansammlung
 


Entwurf zum Wiederaufbau der Rampischen Gasse mit Frauenkirche von der Schiessgasse aus.
Dresden Technische Hochschule, Lehrstuhl für Wohnungsbau und Entwerfen, Prof. Dr. Wolfgang Rauda, 1957

 

 

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