Sonderthemen
 
Von A (Authentizität) bis Z (Zerstörung)

Dresdens Herz schlägt wieder.
Wir sagen Danke.
Weihe der Frauenkirche am 30. Oktober 2005 - Linksammlung:
unter anderem ZDF (umfangreiche mediale Aufbereitung der Geschichte des Wiederaufbaus und der Menschen, die daran beteiligt waren.) Auch der MDR bringt ein breitgefächertes Special zur Weihe. Im Bild rechts: Altarszene der Frauenkirche, die den betenden Christus in einer Stunde größter Not darstellt. Der Altar wurde aus ca. 2000 geborgenen Original-Einzelteilen und Ergänzungen wieder zusammengefügt.

 

 

  13. Februar 1945 - Quo vadis Dresden?
Zerstörung und Aufbau - Vergessen oder Erinnern. Wie werden wir in Zukunft mit den Kriegs- erfahrungen unserer Eltern und Großeltern umgehen? Was werden wir tun, wenn die letzten Zeitzeugen die Fragen der nachfolgenden Generationen nicht mehr beantworten können? Was können wir tun, um Ihr Versprechen und Vermächtnis "Nie wieder Krieg" einzulösen?
Ein Beitrag von Torsten Kulke
Februar 2005

Authentizität
Text von Thomas Filip zu
"Das Hotel De Saxe wird ein authentisches bauliches Zeugnis einer Vielzahl verschiedener historischer Umstände sein." Diskussionen im Sommer 05
(im Bild Dach der Salomonisapotheke 10/05 )

Wie autenthisch sollen "Leitbauten" sein?
Das Quartier IV ist inzwischen Ende 2005 fast fertig gestellt. Die Frage steht im Raum: Wie nahe am Original sollen am Neumarkt die Leitbauten bzw. Leitfassaden werden?
(Das Hotel de Saxe ist z.B. kein Leitbau.) Wie beschreiben wir überhaupt diese Art von Gebäude: (Teil-) Rekonstruktionen, traditionelle Nachbauten, Kulissenhäuser, Orientierungsbauten, Neubauten in formaler Anlehnung an die Vorbilder, Häuser der retrospektiven Tradition, komplexe Neubauquartiere? Können wir uns - angesichts der Riesenaufgabe des Aufbaus vom halben Dresdner Stadtkern (es sind ja bisher nur 60 Jahre nach Kriegsende vergangen) und der Lage in Ostdeutschland überhaupt (hochnervöse Banken, Kaufzurückhaltung und Wachstumsschwäche bzw. Schrumpfung) solche Diskussionen leisten?

Vom Sehen. Schein und Sein.
Die Barockarchitektur um die Mitte des 18. Jahrhunderts liebte dieses Vortäuschen von Illusionen und Spiegelungen, das Spiel mit Traum und Realität. Allein das eingedeutschte Wort "Kulisse" stammt aus dem Französischen coulisse und bezeichnete in der barocken französischen Theaterklassik Schiebewände. Das 21. Jahrhunhundert entdeckt den Barock neu. Von Thomas Kantschew.

 



Denkmal- Denkmalpflege: Denk- mal!
Sind die Rekonstruktionen der barocken Bürgerhäuser am Neumarkt und in dessen Umfeld Denkmäler oder nicht? Einige Gedanken von Thomas Kantschew


Ausstellung ZeitSchichten - 30.07.-13.11. 2005
im Residenzschloss, Anlässlich des 100. Jubiläums
des Handbuchs der Deutschen Kunstdenkmäler von
Georg Dehio zeigen dessen Herausgeber eine umfang-
reiche Ausstellung zur Geschichte und Gegenwart der Denkmalpflege in Deutschland. Dabei bestimmt die Arbeit von Konservatoren und Restauratoren in der Denkmalpflege - das Identifizieren, Dokumentieren und Konservieren von Zeit-Schichten - die Vorgehensweise der Ausstellungs- macher. Hintergrundinformationen: www.dehio.org/zeitschichten/


Kitsch
"Angriff der Zuckerbäcker" - Architektur als Zuckerbäckerei?
Etwas über Kitsch und Kunst in Dresden (im Bild links: Deckenmalerei im Palais Großer Garten Dresden, Fehling, Heinrich Christoph: Personifikationen des Tierkreises Erdgeschoß, Mittelsaal - 1942, zerstört)

 

 


 

Revolution in Dresden
Barrikadenkämpfe auf dem Neumarkt - Mai 1949
(im Bild: Barrikadenkämpfe zwischen sächsisch- preußischen Regierungstruppen und gewaltbereiten Demokraten vor dem Hotel Stadt Rom an der Moritzstraße - in einer zeitgenössischen Grafik)

 



  Silhouette
Wußten Sie eigentlich, daß das eingedeutschte Wort Silhouette nach dem französischen Staatsmann Marquis Etienne de Silhouette (1709 - 1767) benannt worden war? Der damalige Finanzminister des französichen Königs Ludwig XVI. ließ sich aus Sparsamkeitsgründen sein eigenes Schloß statt mit kostbaren Gemälden mit selbstgemachten Scherenschnitten ausstatten. Mehr dazu
(im Bild: eine Steinzeichnung von Friedrich Pelz 1920)



Friedrich Adolf Struve (1781 - 1840)Salomonisapotheke Struve am Neumarkt
in der 1820 der Apotheker Dr. Struve (siehe Bild) das weltweit erste künstliche Mineralwasser erfand. Die ganze Story dieses bedeutenden historischen Hintergrundes. 1842/43 arbeitete übrigens auch Theodor Fontane als Geselle in der Apotheke. In die Erdgeschossräume der nun wiederaufgebauten Salomonisapotheke zieht 2006 ein Bierausschank.

 

 

Pflasterung
Gerade noch rechtzeitig zur Weihe der Frauenkirche wurde das Neumarkt-Pflaster fertig. SZ vom 22.10.05 und DNN vom 22.10.05

 

 

 

 

"Das war ein calvinischer Streich! Seine Teufelsgesellen mögen sich vorsehen; denn man schont allhier keinen."
zur Erinnerung an die Hinrichtung von Dr. Nikolaus Krell am 09. Oktober 1601
auf dem Dresdner Neumarkt (Jüdenhof)



Der abgeschlagene Kopf Krells in einer zeitgenössischen Grafik (Quelle: Kupferstichkabinett Dresden)

Europäisches Porzellan
Augusts lebendes Staatsgeheimnis
FAZ vom 15. Januar 2008 - Von Reiner Burger, Dresden

Vor 300 Jahren erfand Johann Friedrich Böttger in Dresden das europäische Porzellan.
Der Alchimist arbeitete im untersten Geschoss der Jungfernbastei und den Kasematten. In diesen damals "Vulkanshöhlen" genannten Gewölben der Bastion Venus befand sich seit 1707 die eigens für ihn und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus eingerichtete geheime Werkstatt. Die noch vorhandenen Gewölbe und Kasematten unter dem Standort des ehemaligen Belvedere sind noch nicht ergraben. Es gibt jedoch konkrete Überlegungen, die verschütteten Keller archäologisch freizulegen. Im Bild: Schnitt durch das Lusthaus Nossinis auf der Jungfernbastei, Aufmaß von Walter Bachmann.


Böttgers Geheimlabor soll wieder ausgegraben werden. SZ vom 06.12.07