Angesichts der angespannten Haushaltslage von Bund, Freistaat Sachsen und der Landeshauptstadt Dresden fordert die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden e. V. (GHND) eine Prüfung aller Varianten einer neuen Carolabrücke unter der verantwortungsvollen Berücksichtigung der finanziellen Spielräume der Stadt Dresden. Aus der offiziellen Stellungnahme der Stadt geht hervor, dass die Kosten für den Bau der neuen Elbquerung „kein entscheidendes Kriterium“ sein sollen. Eine solche Vorgehensweise wirft Fragen auf!
Die Stadtverwaltung sollte unmittelbar nach einer realistischen Einschätzung der Kosten für die verschiedenen Varianten alle Möglichkeiten für die Einwerbung von Zuschüssen (z.B. des Bundes bei einer reinen ÖPNV Brücke), sowie alternative Finanzierungsquellen prüfen. Dazu gehören aus Sicht der GHND unter anderem Grundstücksverkäufe am Neustädter Ufer, im Bereich Terrassenufer Ost sowie die Umwidmung bisheriger Verkehrsflächen zu Bauland und weitere maßvolle Verdichtungen in der Kernstadt. Auch Modelle der Drittfinanzierung einschließlich Betrieb bis zur Abzahlung sollten Inhalt der Prüfung sein.
Es ist darüber hinaus eine Pflicht von Politik und Stadtverwaltung die Bürger vor finanziellen Lasten in der Zukunft zu schützen, die durch unüberlegte finanzielle Entscheidungen entstehen könnten.
Erst nach Abwägen aller Risiken, – dazu gehört auch das Risiko von Klageverfahren gegen eine „breitere Brücke als bisher Stadtratsbeschluss zu Breite und Spurenanzahl der Brücke), soll und darf eine Entscheidung zum Neubau der Carolabrücke getroffen werden, selbst wenn dies zu einem zeitweisen oder vollständigen Verzicht des Projektes führen sollte.
Die GHND appelliert daher eindringlich an Politik und Verwaltung, verantwortungsvoll abzuwägen und zu priorisieren, finanzielle Risiken zu benennen und transparent zu kommunizieren. Die Zukunft Dresdens und seiner Bürger darf nicht durch neue Schulden und Projekte gefährdet werden, deren Tragweite heute durchaus erkennbar ist!
Der Vorstand
Dresden, 17.02.2026
