Landschaftsbild: Widerstand gegen Windräder in Dresdner Heide und Hochland

 

In Dresden sollen Flächen für den Bau von Windrädern genutzt werden, dazu hat der Regionale Planungsverband Oberes Elbtal/Osterzgebirge drei Vorranggebiete definiert. Die Entscheidung zur Umsetzung dieser Pläne wird nächste Woche erwartet, wie die Sächsische Zeitung berichtet, jedoch gibt es bereits jetzt starken Widerstand. Die geplanten Windkraftanlagen könnten bis zu 300 Meter hoch mit Flügeln von 85 Metern Länge werden. Die drei definierten Flächen in Dresden umfassen ein etwa 33 Hektar großes Gebiet in Rossendorf, ein weiteres im Hochland am Triebenberg mit 50 Hektar sowie die größte Fläche von 80 Hektar in der Heide, an der Kreuzung der Radeberger Landstraße und der Ullersdorf-Langebrücker Straße. Gegner der Windkraftpläne äußern Bedenken, dass die Errichtung von Windrädern „die Büchse der Pandora öffnet“ und weitere Bauvorhaben nach sich ziehen könnte. Holger Zastrow von der Fraktion Team Zastrow führt an, dass die Flächen Waldgebiete sind, die teilweise aufgeforstet werden, und warnt davor, dass große Betonfundamente und asphaltierte Wege die Naturschutzmaßnahmen gefährden. Eine von Zastrow eingereichte Petition hat bereits über 7.000 Unterzeichner. Auch das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf hat Bedenken geäußert, da die Messgeräte am Forschungsstandort durch die Windräder beeinflusst werden könnten. 

Zusätzlich wurde bereits zweimal im Stadtrat beschlossen, keine Windräder in Dresden zuzulassen. Felix Stübner, Vorsitzender der CDU im Schönfelder Hochland, kritisierte die Missachtung dieser Beschlüsse als undemokratisch und fordert stattdessen den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs als echten Klimaschutz. Eine Studie der Technischen Universität Dresden empfiehlt, für das Landschaftsschutzgebiet Dresdner Heide Windkraftanlagen auszuschließen. Zastrow betont, dass ein neuer Stadtratsbeschluss nötig wäre, um die Nutzung des Waldgebiets für Windkraft zuzulassen. In der Debatte gibt es unterschiedliche Meinungen: Ralf Böhme, BSW-Fraktionschef, sieht in den Planungen eine „dramatische Auswirkung der energiepolitischen Irrfahrt Deutschlands“ auf Dresden und fordert eine Korrektur der Bundespolitik. Dagegen argumentiert Martin Schulte-Wissermann von den Piraten, dass Windkraft unvermeidlich sei und eine politische Lösung gefunden werden sollte, um sowohl die Stadtfinanzen zu stärken als auch die Anwohner an den Erlösen zu beteiligen.