Am Mittwoch fand ein „offener Dialog“ zur Carolabrücke im Stadtforum statt, bei dem Planer ihre Entwürfe vorstellten und mit den Dresdner Bürgern ins Gespräch kamen, wie die Sächsische Zeitung berichtet. Von der Stadt ausgewählt wurden FHECOR+TSSB aus Berlin und Dresden, das Ingenieurbüro GRASSL aus mehreren deutschen Städten, Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI aus Dresden sowie Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mit 21 Standorten in Deutschland.
Die Planer von Andrä und Partner betonten ihre Flexibilität: „Wir planen selbstverständlich mit vier Fahrspuren, wie es vorgegeben ist. Sollten aber die Diskussionen und der Bürgerdialog zu anderen Prämissen führen, sind wir beweglich.“ Der Schwerpunkt liegt darauf, die Stadtentwicklung zu berücksichtigen, sodass Änderungen ohne umfangreiche Umbauten möglich sind. Ein wichtiger Vorschlag betrifft die Nutzung der Fläche unterhalb der Brücke, die „das größte überdachte Bauwerk Dresdens“ beherbergen könnte, in das beispielsweise ein Theater einziehen könnte. Diese Ideen sollen verhindern, dass der Bereich verwahrlost.
FHECOR+TSSB präsentierten ein Konzept, das die Bögen der ehemaligen Carolabrücke mit den Linien der zweiten Brücke verbinden soll. „Unsere Brücke ist mit 32 Metern Breite einen Meter schmaler, als sie laut Vorgaben sein darf. Denn wir planen ein Deck und nicht drei Züge,“ erklärte Jan Tröber von TSSB. Dies macht die Brücke nicht nur kostengünstiger, sondern auch flexibler, mit der Möglichkeit, vier oder zwei Fahrspuren für Autos zu integrieren.
Das Ingenieurbüro GRASSL, bekannt für den Umbau des Kulturpalasts, hat unterdessen entschieden, unter Verschluss zu halten, was sie entwickelt haben. Ihr Mitarbeiter erklärte: „Wir zeigen hier nichts, damit Dresden vier unterschiedliche Entwürfe erhält und nicht vier gleiche.“ Ähnlich verhält es sich bei Schüßler-Plan, wo die Mitarbeiter betonten, dass sie sicherstellen wollen, dass die Bedürfnisse der Menschen in die Planung einfließen.
Die Präsentationen stießen auf großes Interesse bei den Dresdnern. Viele äußerten, dass es hilfreich sei, Einblicke in die Konzepte zu erhalten, während ein im Ruhestand befindlicher Brückenplaner auf die Notwendigkeit hinwies, die Planungen zu überdenken hinsichtlich der fehlenden Platzierung eines Mittelpfeilers in der Elbe, wodurch sich Kosten sparen ließen. Am 26. Mai sollen die fertigen Entwürfe präsentiert werden, und der Stadtrat wird am 3. September entscheiden.
