Residenzschloss: Großer Ballsaal und Propositionssaal an SKD übergeben

 

Der sächsische Finanzminister Christian Piwarz (CDU) bezeichnete den Propositionssaal und den Großen Ballsaal bei ihrer Übergabe an die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden laut den Dresdner Neuesten Nachrichten als „zwei weitere Juwelen im Ensemble des Dresdner Schlosses“. Mit der Fertigstellung dieser Räume, so Piwarz, sei „nun wieder ein Rundgang durch die Festetage des Dresdner Schlosses möglich.“ Die Säle werden für die Öffentlichkeit aber erst ab April zugänglich sein, wenn eine neue Dauerausstellung eröffnet, die die historische Nutzung der Säle thematisiert.

Der Propositionssaal, in dem 1831 die erste sächsische Verfassung übergeben wurde und der später als Thronsaal sowie als Versammlungsort einer Vorgängerinstitution des Landtages diente, ist durch eine detailreiche Holzvertäfelung geprägt. Für die Deckenkassetten wurde, wie im Original, Nadelholz verwendet und mittels einer Lasur so behandelt, dass es Eichenholz imitiert. Fünf originale Leuchter, die vor der Kriegszerstörung ausgelagert worden waren, wurden gereinigt und restauriert, jedoch nicht neu vergoldet, und fanden hier wieder ihren Platz.

Der Große Ballsaal beeindruckt mit einer aufwändigen Stuckdekoration und einem Versailler Tafelparkett. Wie Holger Krause, Projektleiter für den Wiederaufbau, erläuterte, konnten auch hier gerettete Originalteile wie Schmuckgitter und Leuchter integriert werden. Eine besondere Herausforderung stellten die durch Kriegseinwirkung deformierten Wände dar. Es gelang den Handwerkern, diese Verformungen durch geschickte Anpassung der Stuckverzierung an der Deckenkante nahezu unsichtbar auszugleichen. Bewusst verzichtete man in beiden Sälen darauf, historische Vergoldungen und monumentale Gemälde zu rekonstruieren, um sichtbare Spuren der Kriegszerstörung als Teil der Geschichte zu erhalten.

Die Rekonstruktion der beiden 1945 zerstörten Säle begann im Januar 2023 im Stil des Historismus und kostete insgesamt 21 Millionen Euro, wovon 4,6 Millionen Euro vom Bund und der Großteil aus Landesmitteln finanziert wurden. Piwarz erinnerte daran, dass der Gesamtwiederaufbau des Schlosses, eine „mutige und visionäre Entscheidung“ aus DDR-Zeiten, bei der es „Stein für Stein“ voranging, nun die Zielgerade erreicht habe. Voraussichtlich 2027 soll der Schlosswiederaufbau mit einem voraussichtlichen Gesamtvolumen von rund 407 Millionen Euro abgeschlossen sein, was Piwarz als „nachhaltiges Bekenntnis von Bund und Land zu Sachsens kulturellem Erbe“ hervorhob. Bis dahin stehen noch die Neugestaltung des Großen Schlosshofes und der Ausbau von Räumen für eine Dauerausstellung zur Schlossgeschichte aus.