Laut Sächsischer Zeitung stieß der Architektenwettbewerb für das neue Ballettzentrum der Semperoper auf einer Fläche zwischen Oper und Zwinger auf großes Interesse, rund 200 Bewerber zeigten Interesse. Das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) lud fünf Büros direkt ein und bestimmte 15 weitere per Losverfahren. Das Preisgericht tagte am 3. und 4. September, verzichtete jedoch auf eine sofortige Preisverleihung und empfahl stattdessen eine Überarbeitungsphase. „Das Preisgericht plant, nach Abschluss der sechswöchigen Überarbeitungsphase erneut im November zu tagen, um die eingereichten Arbeiten zu bewerten“, erläutert SIB-Sprecher Rainer-Alwin Zipfl.
Nach heftigen Diskussionen im Stadtrat und Kritik an der Fällung alter Bäume wurde im Oktober 2023 ein Kompromiss erzielt. Das Gebäude wird mit einer Grundfläche von 26 mal 26 Metern und einer Höhe von 18,60 Metern deutlich kleiner realisiert als ursprünglich geplant. Das Landesamt für Denkmalpflege stimmte diesem Entwurf zu. Angaben zu Kosten und Zeitplan erfolgen erst nach der Genehmigung, wobei früher von etwa drei Jahren Bauzeit für den Neubau und zwei Jahren für die Sanierung des Bestandsbaus ausgegangen wurde. Die Jury, bestehend aus Vertretern des Bauherrn, der Stadt, der Oper sowie namhaften Architekten, wählt im November den Siegerentwurf aus.
Der Neubau gilt als notwendig, da das denkmalgeschützte Funktionsgebäude der Oper nach fast 40 Jahren verschlissen ist und umfassend saniert werden muss. Um den Spielbetrieb zu sichern, dient das Gebäude zunächst als Interimslösung, bevor es zum Ballettzentrum umgebaut wird. Ein wesentlicher Aspekt ist ein witterungsgeschützter Zugang, damit Künstler geschminkt und aufgewärmt auf die Bühne gelangen können.
