Wie die Berliner Zeitung berichtet, hat der Dresdner Stadtrat mehrheitlich den Entwurf der Arbeitsgemeinschaft aus FHECOR Deutschland und TSSB Planungsgesellschaft als Grundlage für den Wiederaufbau der Carolabrücke ausgewählt. Baubürgermeister Stephan Kühn erinnerte daran, dass es ein großes Glück gewesen sei, dass beim Einsturz am 11. September 2024 niemand verletzt wurde. Der Entscheidung gingen verschiedene Prüfungen, ein Planungswettbewerb und eine Bürgerbeteiligung voraus. Über 25.800 Menschen bewerteten die vier Entwürfe, wobei FHECOR/TSSB den ersten Platz belegte. Das Begleitgremium hatte sich dagegen mit 14 zu 12 Stimmen knapp für den Entwurf von Leonhardt, Andrä und Partner sowie Knight Architects ausgesprochen.
In der Stadtratssitzung gab es mehrere Anträge gegen den geplanten vierspurigen Wiederaufbau. Die Linke und die PVP-Kooperation wollten wegen der Kosten von rund 170 Millionen Euro eine schmalere Brücke ausschließlich für Straßenbahnen, Radfahrer und Fußgänger. SPD und Grüne forderten eine zweispurige Variante, da künftig mit weniger Autoverkehr gerechnet werde. Team Zastrow verwies auf die Bürgerbeteiligung und betonte, an dieser Stelle müsse eine „besonders schöne Brücke“ entstehen. Die AfD lehnte eine erneute Debatte über eine Zweispurigkeit ab, weil der Stadtrat den vierspurigen Ausbau bereits beschlossen hatte. Die neue Brücke soll 2031 fertiggestellt werden.
CDU-Stadträtin Bettina Kempe-Gebert sagte laut Sächsischer Zeitung: „Funktion, Wirtschaftlichkeit und das Stadtbild sind für uns wesentlich. Deshalb sind wir für FHECOR/TSSB. Die schmalste Brücke lässt zudem die Möglichkeit offen, das Venezianische Haus wiederaufzubauen.“

