Der Dresdner Stadtrat will Neubauvorhaben deutlich verkürzen und hat sich mehrheitlich für einen sogenannten Bauturbo ausgesprochen, möglich geworden durch vom Bundestag beschlossene gesetzliche Erleichterungen, mit dem Ziel, Genehmigungsverfahren auf „zwei bis drei Monate statt zehn Jahre“ zu bringen. Wie die Dresdner Neuesten Nachrichten schreiben, bleibt der Innenstadtbereich, konkret der sogenannte 26er Ring, vom Beschleunigungsverfahren ausgenommen, weil gewährleistet werden müsse, dass „die Baukultur nicht unter die Räder kommt“, erklärte SPD-Stadtrat Stefan Engel. Große Projekte im Zentrum durchlaufen weiterhin die regulären, längeren Verfahrensschritte. Daran übte Holger Zastrow, Fraktionsvorsitzender von Team Zastrow, Kritik: „Wenn ich sehe, welche Bausünden am Altmarkt in regulären Verfahren begangen wurden, frage ich mich schon, ob es ein großes Risiko ist, Investoren mehr Freiheit zu geben.“ Die Grünen plädierten dafür, den Bauturbo vor allem beim Geschosswohnungsbau einzusetzen. Stadträtin Susanne Krause verwies auf nahezu „35 000 Einfamilienhäuser“ in Dresden und hielt fest, dass Eigenheime „die ineffektivste Form des Wohnens mit einem riesigen Flächenverbrauch für wenige Menschen“ seien — ein Antrag der Grünen, den Fokus entsprechend zu setzen, fand jedoch in der Mehrheit des Stadtrats keine Zustimmung.
