Wie es am Hotel Stadt Rom weitergeht

Sächsische Zeitung vom 30.7.2020

Nach der Sommerpause soll der Dresdner Bauausschuss das Startsignal für den Wiederaufbau geben. Warum die Planung aber lange dauern wird.

Von Kay Haufe

Mit ihm soll der Neumarkt seinen perfekten Abschluss finden: Das Hotel Stadt Rom soll wieder aufgebaut werden. Der Stadtratsbeschluss vom Juni 2019 ist inzwischen über ein Jahr her. Wie geht es jetzt weiter mit dem Projekt?

Nach Auskunft des Stadtplanungsamtes  soll der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan nach der Sommerpause,  voraussichtlich am 9. September, im Ausschuss für Stadtentwicklung Bau, Verkehr und Liegenschaften behandelt werden.

Wird dort ein Beschluss gefasst, schließt sich das Bauleitplanverfahren an, das wohl rund drei Jahre dauern wird. In dieser Zeit sollen alle betroffenen Nachbarn wie die Vonovia und die Heinrich-Schütz-Residenz eingebunden werden. Das ist nötig, weil das Gebäude des Hotel Stadt Roms sehr dicht an die Nachbarhäuser heranragen wird.

Erlangt der Bebauungsplan  Rechtskraft, will die Stadt das Grundstück zum Verkauf ausschreiben. “Erfahrungsgemäß erfasst der Planungs- und Antragszeitraum für ein Gebäude vergleichbaren Umfangs einen Zeitraum von wenigstens anderthalb Jahren”, schreibt Stadtsprecher Karl Schuricht auf SZ-Anfrage. Es wird also ein langwieriges Unterfangen.

Damit das Hotel Stadt Rom überhaupt nach historischem Vorbild gebaut werden kann, muss sein Standort leicht verschoben werden. Denn an alter Stelle zwischen Moritzstraße und Kleiner Kirchgasse würde es zu nah an der angrenzenden Heinrich-Schütz-Residenz stehen. Der gesetzliche Abstand wäre nicht gewahrt.

Enge beeinträchtigt die Wohnqualität

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt hat sich lange gegen eine Verschiebung gewehrt, dann aber doch zugestimmt. 2019 wurde bekannt, dass es drei Interessenten gibt, die das Hotel Stadt Rom wieder aufbauen wollen. Darunter auch die Dresdner Niederlassung der Baywobau, unter anderem bekannt für die Sanierung der Lahmann-Gebäude und des ehemaligen Weidner-Sanatoriums in Wachwitz.

Die Bewohner der Heinrich-Schütz-Residenz sehen den geplanten Wiederaufbau indes mit Sorge. In einem Leserbrief an die SZ schreiben sie, dass die Enge, die mit dem Hotel entsteht, die Wohnqualität der Bewohner aller angrenzenden Häuser beeinträchtigt. Zudem bedauern sie, dass die Säuleneichen die jetzt auf dem Areal stehen, wo das Haus gebaut werden soll, wegfallen müssten. Das sei auf dem ohnehin rar begrünten Platz  bedauerlich. Jetzt würde der Platz unter den Eichen von vielen Besuchern zum Verweilen genutzt.

Die Stadt bestätigt, dass der Standort der Säuleneichen vollständig bebaut würde. Die Bäume seien aber aufgrund ihrer Standzeit nicht mehr an andere Stellen zu verpflanzen. Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt weist darauf hin, dass die Bäume von Anfang an nur als Interimsbegrünung gedacht waren. “Unter ihnen befinden sich Keller, sie haben nicht genügend Platz, um gut zu wachsen”, sagt er. Zudem gebe es mit dem Grünen Gewandhaus durchaus eine Alternative. Unter den Platanen dort könne man auch gut verweilen.

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