Die Dresdner Gestaltungskommission feiert ihr zehnjährige Bestehen, worauf sie in ihrer 50. Sitzung zurückblickt, so berichten die Dresdner Neuesten Nachrichten. Hervorgegangen ist das Gremium aus der Gestaltungskommission Kulturhistorisches Zentrum, die den Wiederaufbau des historischen Neumarkts von 1998 bis 2019 fachlich begleitete. Seit 2016 berät die Kommission über Bauvorhaben und trägt damit zur Qualitätssicherung von Dresdens Architektur bei. Eine Ausstellung im Stadtforum macht ihre Arbeitsweise und Ergebnisse bis Ende Oktober sichtbar. Baubürgermeister Stephan Kühn: „Wir nehmen wahr, dass Bauprojekte nicht mehr komplett zerrissen werden“. Die Kommission hat bisher 88 Projekte behandelt, von denen 18 im Bau oder fertiggestellt sind. Laut Kühn mussten einige Bauherren ihre Entwürfe mehrfach überarbeiten. Er drückt es diplomatisch aus: „Viele Projekte haben Unterstützung gebraucht.“ Der scheidende Vorsitzende Wolfgang Lorch betont, das Gremium sei keine „Geschmackskommission“. Es versuche vielmehr, „zu ermöglichen, Farbe zu bekennen und zu verhindern, was für die Stadt nicht angemessen ist“. Seine Arbeit beschreibt er als „Qualitätssicherung“ und erklärt: „Wir arbeiten am Mythos Dresden.“ Künftig sollen Fragen des Stadtklimas, der Freiraumgestaltung, des Bauens im Bestand und neuer Industriebauten stärker berücksichtigt werden. Die neue Kommissionsarchitektin Aline Hielscher stellt fest: „Bauen ist … öffentlich, das geht uns alle etwas an.“ In der Jubiläumssitzung werden Lorch und Christoph Mäckler verabschiedet. Neben Hielscher wird Hans Kollhoff in die Kommission berufen.
