Drei Gebote für Wiederaufbau des Dresdner Narrenhäusels

Drei Investoren haben Gebote für den Wiederaufbau des Narrenhäusels eingereicht. Das teilte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain mit. „Die Gebote werden jetzt verwaltungsintern ausgewertet. Danach nimmt das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung die Verhandlungen mit den Bietern auf.“

DNN vom 25.01.2018

Drei Investoren haben Gebote für den Wiederaufbau des Narrenhäusels eingereicht. Das teilte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) auf Anfrage der DNN mit. „Die Gebote werden jetzt verwaltungsintern ausgewertet. Danach nimmt das Amt für Hochbau und Immobilienverwaltung die Verhandlungen mit den Bietern auf.“

Die Stadtverwaltung hatte im Juli 2017 das Grundstück für das Narrenhäusel an der Augustusbrücke ausgeschrieben. „Der Erwerber übernimmt die Pflicht, daraus das Narrenhäusel in seiner Größe, Form und Gestaltung nach historischem Vorbild in traditioneller Bauweise zu errichten und zu betreiben“, hieß es in dem Ausschreibungstext. 60 Jahre nach Fertigstellung soll das Gebäude kostenlos an die Landeshauptstadt Dresden übertragen werden.

Einer der Bieter ist der Dresdner Bauunternehmer Frank Wießner. „Ich habe das Höchstangebot abgegeben und verhandele aktuell mit dem Rathaus“, erklärte er gegenüber DNN. „Ich bin sehr zuversichtlich und warte auf den Entwurf für einen Kaufvertrag.“ Er hoffe auf einen raschen Vertragsabschluss, um schnell mit dem Bau beginnen zu können, so Wießner. Das wäre ideal, da die Augustusbrücke gegenwärtig saniert wird und er die Arbeiten nutzen könne, um die Versorgungsleitungen für das Narrenhäusel zu verlegen. „Die Fahrbahn ist freigelegt, das würde sehr gut passen. Die Anschlusspläne habe ich mir bereits besorgt.“

Um einen Architekten mit den Planungen beauftragen zu können, benötige er einen Vertrag mit der Stadt, so Wießner. „ich will etwas für meine Heimatstadt tun und das Narrenhäusel wieder aufbauen“, bekräftigte er seine Absicht.

Die Stadtverwaltung hat nun auch eine Vorlage für den Wettbewerb Königsufer und Neustädter Markt vorgelegt, in der die Aufgabenstellung für die Architekten und die Besetzung der Jury festgeschrieben werden. Die Baulücken am Neustädter Markt neben dem Hotel Bellevue und am Königsufer zwischen Finanzministerium und Augustusbrücke sollen geschlossen werden. Dazu plant die Verwaltung ein internationales Wettbewerbsverfahren und ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung.

Eigentlich sollte die Wettbewerbsjury bereits am 30. November 2017 das erste Mal tagen. Doch auf Initiative von Linken und CDU beschloss der Stadtrat Anfang November, dass die Stadt die Aufgabenstellung, das Konzept für die Bürgerbeteiligung und die Jurybesetzung zur Beschlussfassung vorlegen muss. Das verzögerte das Verfahren, da die Verwaltung erst die Vorlage erarbeiten musste, die jetzt in den Gremien – zunächst am Montag im Ortsbeirat Neustadt – debattiert wird. Die Verwaltung geht davon aus, dass der Startschuss für das Wettbewerbsverfahren im Mai mit der Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt fallen kann.

Von Thomas Baumann-Hartwig

 

 

Viusalisierung: Das Narrenhäusel (Mitte) soll nach dem Willen der Neumarkt-Gesellschaft wiederaufgebaut werden.
Quelle: Visualisierung: Neumarkt-Gesellschaft