Residenzschloss: Vollständige Festetage ab Mittwoch geöffnet

 

Wie die Dresdner Neuesten Nachrichten berichten, werden die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ab Mittwoch, den 22. April, im teilrekonstruierten Großen Ballsaal und Präpositionssaal des Residenzschlosses die neue Dauerausstellung zur Festkultur und Machtrepräsentation am Dresdner Hof für Besucher eröffnen. Zugleich wurde das historische Porzellankabinett wiedereröffnet. Erstmals lässt sich die Abfolge der Repräsentationsräume im zweiten Obergeschoss vollständig begehen. Im Großen Ballsaal werden höfische Festrequisiten des 16. bis 18. Jahrhunderts gezeigt. Die Ausstellung bezieht sich besonders auf den Besuch des dänischen Königs Frederik IV. sowie auf die mehrwöchigen Feierlichkeiten zur Hochzeit Friedrich August II. mit Maria Josepha. Zu sehen sind unter anderem eine von Johann Melchior Dinglinger geschaffene goldene Sonnenmaske mit den Gesichtszügen Augusts des Starken, ein prächtiger Adlerhelm für König Frederik und ein lebensgroßes Pferde-Schlittenzeug mit 112 Straußenfedern sowie 538 vergoldeten Schellen. Außerdem ist ein Schlittenzeug Friedrich August II. mit über 500 Glöckchen ausgestellt.
Im Präpositionssaal liegt der Schwerpunkt auf staatlicher Repräsentation, gezeigt werden Insignien wie der einzige in Deutschland erhaltene barocke Kurhut, die nur zur Kaiserwahl getragenen roten Stiefel und das Original des hermelingesäumten Krönungsmantels aus blauem Seidensamt mit Goldstickerei. Die Schau wird von der Krönungsfigur Augusts des Starken dominiert, deren Kopf nach einem Lebendabdruck des Königs gefertigt wurde. Insgesamt werden über 450 Exponate gezeigt, ein großer Teil davon erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg wieder öffentlich ausgestellt, wie Holger Schuckelt, Oberkonservator der Rüstkammer und Kurator, sagt. Der größte Anteil der Objekte stammt aus der Rüstkammer, ergänzt durch Bestände aus Münzkabinett, Grünem Gewölbe, Kupferstich-Kabinett, Galerie Neue Meister und Skulpturensammlung sowie Leihgaben des Sächsischen Staatsarchivs und der Veste Coburg.
Mit der Fertigstellung der Festetage rückt die Gesamtvollendung des wiederaufgebauten Schlosses näher, noch wird am Großen Schlosshof gearbeitet. „Ein Viertel ist bis jetzt gepflastert“, so Bernd Ebert, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. Er erklärte zudem: „Wir hoffen, dass wir das Schloss im Frühling 2029 mit einem großen Fest eröffnen können.“ Zur Eröffnung der neuen Ausstellung bieten die Staatlichen Kunstsammlungen eine Festwoche mit Kurzführungen an, das Programm ist auf deren Webseite abrufbar.

Öffnungszeiten ab 22. April: Mittwoch bis Montag 10–17 Uhr, Dienstag geschlossen. Eintritt regulär 18 Euro, ermäßigt 13,50 Euro, Schüler bis 20 Jahre 2 Euro, Gruppen ab 10 Personen 16 Euro pro Person.