GHND-PRESSEMITTEILUNG: Ergebnisse zur Umfrage des Baukomplexes im Quartier V-1 der KIB Nürnberg

Bereits im Jahr 2009 wurde ein Wettbewerb für die Bebauung an der Nordseite der Frauenstraße durchgeführt. 2011 gab es Planungen der KIB auf Basis des Büros Kupferschmidt (2. Preis des Wettbewerbes von 2009). Schon damals sah sich die GHND veranlasst, eine Umfrage durchzuführen, um ein Gefühl für die Akzeptanz einer derartigen Planung am Neumarkt unter den Bürgern und Besuchern Dresdens zu erhalten. Das Ergebnis fiel eindeutig zugunsten einer historischen Bebauung aus. In einem Brief von 21 Dresdner Prominenten wurde bereits 2011 die Besorgnis über die Verletzung des städtebaulichgestalterischen Konzeptes für den Neumarkt durch das KIB Projekt geäußert.

Inzwischen hat die KIB Nürnberg ihre Planungen überarbeitet. Nach Auffassung der GHND sind die Änderungen jedoch nur geringfügig. Im Bewusstsein der Umfrage von 2011 und dem Aufruf der 21 prominenten Dresdner hat die Gesellschaft Historischer Neumarkt ihre Umfrage von 2011 wiederholt. Diese hat ein deutliches Ergebnis erbracht.

Demnach gefällt der überarbeitete Entwurf der KIB nur 1 % der Befragten. 7 % plädieren für einen den Ursprungsbauten angepassten modernen Entwurf. Mit 93 % hat sich die  überwiegende Mehrheit der 2109 Befragten für eine historische Bebauung ausgesprochen, auch unter Inkaufnahme, dass das Gutbierschen Haus beim Wiederaufbau verschoben werden muss. Die Verschiebung des Gutbierschen Hauses war erstmals 1983 von der TU Dresden vorgeschlagen worden.

Die GHND zieht daraus folgende Schlüsse: Der Entwurf wird durch die  Dresdner in seiner jetzigen Form abgelehnt. Er widerspricht in seiner jetzigen Fassung dem vom Stadtrat 2002 verabschiedeten städtebaulichgestalterischen Konzept. Dieser bewusste Widerspruch des Handelns der Verwaltung (z. B. durch Stadtplanungsamt, Gestaltungskommission Neumarkt und von diesen beauftragten bzw. eingesetzten Gremien) zum manifestierten Willen des Stadtrats als einem unmittelbar von den Dresdner Bürgern legitimierten Organ ist nicht hinnehmbar.

Die Dresdner gaben dem Stadtrat und der GHND im Bürgerbegehren 2002 mit überwältigender Zahl von 63.338 Stimmen den Auftrag, eine historische Bebauung am Dresdner Neumarkt durchzusetzen.
Sollte der Investor weiter an seinen Plänen festhalten, wird die gesellschaftliche und gewerbliche Akzeptanz des fertiggestellten Objekts über die Sinnhaftigkeit dieser Planung entscheiden müssen. Die GHND wird weiterhin versuchen, alle Beteiligten von den Nachteilen der aktuellen Planung und den Vorteilen der von ihr vorgeschlagenen Lösungen zu überzeugen. Dem Investor wird dringend empfohlen, seine Planungen zu überarbeiten oder das Grundstück zugunsten eines anderen Bauherrn, der für eine dem einzigartigen Charakter des Neumarktes entsprechende Planung steht, zu verkaufen.

Die Gesellschaft Historischer Neumarkt wird einen Informationsabend mit Podiumsdiskussion am 17.11.2016, 18.30 Uhr im Festsaal des Stadtmuseums durchführen. Die Stadträte des Bauausschusses und der Amtsleiter Stadtplanungsamt haben ihr Kommen zugesagt. Der Investor wird nicht anwesend sein. Er hat es abgelehnt zu kommen, seine Planungen zu erläutern und sich der Diskussion zu stellen.

Der Vorstand

Dresden, 14.11.2016

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PRESSEMITTEILUNG  (als pdf)