Carolabrücke: Expertengremium wählt Favoriten

 

Wie die Sächsische Zeitung berichtet, hat ein Expertengremium zum Neubau der Carolabrücke unter Leitung von Professor Steffen Marx (TU Dresden) nach intensiver Diskussion aller vier eingereichten Entwürfe einstimmig eine Rangfolge beschlossen. Es bewertete die Arbeiten anhand von Machbarkeit und Risiken auf Basis einer Vorprüfung durch ein externes Ingenieurbüro, die Fachämter der Landeshauptstadt sowie DVB und Sachsen-Energie. Empfohlen wird in Reihenfolge:

Platz 1: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects,

Platz 2: FHECOR Deutschland GmbH und TSSB Planungsgesellschaft,

Platz 3: Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH und DKFS und

Platz 4: Ingenieurbüro Grassl GmbH und gmp Architekten.

Den Spitzenplatz erhielt die Planergemeinschaft LAP und Knight Architects, weil ihr Entwurf die umfangreichen Anforderungen eines Ersatzneubaus am besten erfülle. Die Experten zeigten sich beeindruckt von der „gitterförmigen Gestaltung der angedeuteten Brückenbögen“. Die schlanke und transparente Konstruktion füge sich zurückhaltend in die historische Altstadt ein, alle Nutzungsanforderungen seien sorgfältig gelöst worden. Die gitterförmige Gestaltung der Voutenbereiche erziele eine eigenständige Identität als „neue Dresdner Carolabrücke“ und schreibe die Entwicklungsgeschichte beider Vorgängerbauten fort. „Die von der Stadt gewählte Mehrfachbeauftragung hat sich als ein gelungener Weg erwiesen und wird Vorbildwirkung haben. Sie ermöglicht eine frühe und umfangreiche Bürgerbeteiligung. Die eingereichten Arbeiten haben eine hohe Qualität. Es liegen vier sehr gute und dennoch deutlich unterschiedliche Entwürfe vor“, sagt Professor Steffen Marx. „Wir hoffen, dass wir damit dem weiteren Entscheidungsprozess eine fundierte Orientierung bieten können“. Die Kosten für den LAP-Entwurf betragen 134,8 Millionen Euro.

Die Expertenergebnisse wurden öffentlich im Bauausschuss vorgestellt und dienen dem Begleitgremium zum Wiederaufbau sowie dem Stadtrat als fachliche Empfehlung. Der Stadtrat soll am 3. September 2026 über die Weiterbeauftragung eines Planungsteams entscheiden. Bei der Bewertung berücksichtigte das Gremium Kriterien wie Städtebau, Architektur, Denkmalschutz, Verkehr, Tragwerksplanung, Bauzeit, Kosten, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit.

 

Der Favorit des Expertengremiums. (Quelle: Leonhardt, Andrä und Partner Beratende Ingenieure VBI AG und Knight Architects)